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Wintersport: Neuner gewinnt Sprint in Khanty-Mansiysk

Der Druck von der WM ist weg, nun genießt Magdalena Neuner die letzten Rennen der Karriere – und wie! Dank einer läuferisch überragenden Leistung triumphierte sie beim Weltcup-Finale im russischen Khanty-Mansiysk im Sprint trotz zweier Schießfehler.

Magdalena Neuner hat bei ihrer Abschiedsvorstellung beim Weltcup-Finale in Khanry-Mansiysk im Sprint über 7,5 Kilometer bewiesen, dass sie die überragende Biathletin ihrer Zeit ist und eine große Lücke hinterlassen wird. "Das hat heute einfach nur Spaß gemacht. Vor allem, weil der WM-Stress weg war, das habe ich schon gemerkt", sagte Neuner.

Die 25-Jährige schoss zwei Fahrkarten stürmte in der Loipe aber wie entfesselt zum Sieg. Nachdem der Druck der WM in Ruhpolding von ihr abgefallen ist, läuft es sich offenbar noch ein wenig befreiter und schneller. Sie schraubte damit ihre beeindruckende Saisonbilanz auf acht Sprintsiege in zehn Rennen, insgesamt war es ihr zehnter Saisonerfolg. Sie verwies Vita Semerenko, die alle zehn Scheiben traf, um 3,2 Sekunden auf den zweiten Platz. Die Ukrainerin verlor allein auf der Schlussrunde über 25 Sekunden auf Neuner.

Neuner will die große Kugel 

Darya Domracheva belegte den dritten Rang, sie lag mit einem Schießfehler 16 Sekunden hinter Neuner und verlor in der Loipe insgesamt 30 Sekunden auf die deutsche Überfliegerin. Im Kampf um den Gesamtweltcup vergrößerte Neuner damit ihren Vorsprung vor der Weißrussin auf 67 Punkte. "Ich will zum Abschluss meiner letzten Saison die große Kristallkugel als Andenken mit nach Hause nehmen", bekräftigte Neuner.

Sollte sie den Verfolgungswettkampf am Samstag sowie den Massenstart am Sonntag ähnlich gut überstehen, hätte sie die Große Kristallkugel nach 2008 und 2010 zum dritten Mal gewonnen. Neuner wäre dann in der ewigen Rangliste alleinige Zweite hinter der sechsmal erfolgreichen Schwedin Magdalena Forsberg.

Peiffer nur von Fourcade besiegt 

Zuvor hatte Arnd Peiffer gebannt im Zielraum die Entscheidung um den Herren-Tagessieg auf der großen Videoleinwand verfolgt. Der dreimalige Ruhpolding-Weltmeister Martin Fourcade verlor auf der Schlussrunde zwar Sekunde um Sekunde, vermasselte am Ende jedoch Peiffer dessen siebten Weltcuperfolg. "Martin ist der beste Biathlet der Welt, deshalb ist es nicht schlimm, von ihm geschlagen zu werden", sagte Peiffer, der eine Strafrunde laufen musste. Fourcade war ohne Fehler über den Kurs gekommen.

Vor einem Jahr hatte Peiffer in Sibirien mit Sprint-Gold seinen ersten WM-Sieg gefeiert. "Khanty ist einfach mein Ding. Aber ich bin auf der letzten Rille ins Ziel gekommen." Einen Tag vor seinem 25. Geburtstag will Peiffer am Samstag in der Verfolgung den Spieß umdrehen: "Die Ausgangsposition ist sehr gut."

sportal.de / sportal

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