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WM in der Türkei Deutsche Basketballer sind draußen


"Es geht auch ohne Dirk", sagte diese Woche der deutsche Basketballer Jan-Hendrik Jagla über das Nationalteam und den fehlenden Superstar Dirk Nowitzki. Seit heute Abend ist klar: Es geht nicht ohne Dirk. Die WM in der Türkei findet fortan ohne Deutschland statt.

Aus und vorbei: Die deutschen Basketballer haben das Achtelfinale bei der Weltmeisterschaft verpasst. Ohne Superstar Dirk Nowitzki verlor das Team von Bundestrainer Dirk Bauermann am Mittwoch in Kayseri gegen Angola mit 88:92 (78:78, 35:40) nach Verlängerung und hat vor dem abschließenden Gruppenspiel gegen Jordanien keine Chance mehr auf den Einzug in die K.o.-Runde. Auch 23 Punkte von Jan-Hendrik Jagla konnten die Niederlage gegen den zehnfachen Afrikameister nicht verhindern.

Im fünften Vergleich mit den Angolanern war es die erste Niederlage für die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes. Die so hoffnungsvolle Generation um die Youngster Tibor Pleiß, Robin Benzing und Elias Harris erlebte in ihrer Entwicklung damit einen herben Rückschlag. Bei der Europameisterschaft in Litauen im kommenden Jahr will Nowitzki ins deutsche Team zurückkehren. Auch seine Erfahrung und Präsenz waren es, die der jüngsten deutschen Mannschaft, die je bei einer WM dabei war, in der Türkei fehlten.

100 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit hatte das junge deutsche Team bereits mit neun Punkten geführt (77:68). Doch dann bekam die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB) wieder das große Flattern und schenkte den Vorsprung mit leichten Fehlern her.

Ausgleich 16 Sekunden vor dem Ende

16 Sekunden vor dem Ende glich der überragende Olimpio Cipriano (28 Punkte) für die Angolaner aus. Von diesem Schock erholte sich die DBB-Equipe nicht mehr und kassierte im vierten Spiel die entscheidende dritte Niederlage.

"Wir müssen unsere beste Turnierleistung zeigen, um die starken Angolaner zu schlagen", hatte Bauermann vor der Partie gesagt. Schließlich hatte die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes die Afrikaner bei der WM vor vier Jahren auch mit Superstar Dirk Nowitzki erst nach dreimaliger Verlängerung besiegt.

Doch die deutsche Mannschaft startete vor 3000 Zuschauern in der Kadir Has Arena übernervös. Zwar sorgte Jagla mit insgesamt elf Punkten im ersten Viertel für eine zwischenzeitliche 15:8-Führung, doch bis zum Ende der ersten zehn Minuten hatten die Angolaner zum 19:19 ausgeglichen.

Deutsche kamen nie ins Spiel

Auch im zweiten Abschnitt fanden die Bauermann-Schützlinge nicht zu ihrem Spiel. Zu keiner Zeit gelang es, die Größenverhältnisse unter dem Korb auszuspielen, am Ende der ersten Halbzeit hatten die kleineren Angolaner sogar zwei Rebounds mehr geholt (18:16). Zur Pause führte der zehnfache Afrikameister mit fünf Punkten (40:35).

Nach dem Seitenwechsel zogen die Angolaner schnell auf zehn Punkte davon, das deutsche Team fand weiter überhaupt nicht zu seinem Rhythmus. Leichte Ballverluste, schlechte Wurf-Auswahl, mangelhafte Verteidigung - die junge deutsche Mannschaft war dem nervlichen Druck dieses Entscheidungsspiels nicht gewachsen.

Doch die deutschen Riesen kämpften immer weiter verbissen um den Anschluss und wurden zu Beginn des Abschlussviertels belohnt. Der in diesem Turnier bislang noch gar nicht in Erscheinung getretene Lucca Staiger von ALBA Berlin setzte mit zwei verwandelten Dreiern die Initialzündung und brachte die DBB-Auswahl 62:58 in Führung. Doch die "jungen Wilden" packte nun die Angst vor dem Sieg, die am Ende zur Niederlage führte.

DPA/ben DPA

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