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Zehnte Etappe: Richard Virenque triumphiert

Ein französischer Tour-Tag am Nationalfeiertag: Richard Virenque gewinnt die Marathon-Etappe nach St. Flour im Alleingang. Thomas Voeckler fährt weiter in Gelb.

Der Franzose Richard Virenque hat seinen Landsleuten den Nationalfeiertag veredelt. Der große "Überlebende" des Tour-Skandals von 1998 bewies das richtige Händchen fürs Timing und holte sich am 14. Juli den Etappensieg auf dem längsten diesjährigen Abschnitt der Tour de France von Limoges nach St. Flour. Virenque siegte am Mittwoch nach 237 km im Alleingang.

Das Verfolgerfeld mit allen Favoriten und dem alten und neuen Träger des Gelben Trikots, Thomas Voeckler (Frankreich), hatte auf dem Parcours mit neun Steigungen im Ziel 5:20 Minuten Rückstand. Im Spurt eroberte Andreas Klöden den zweiten Rang vor Erik Zabel, der das weiter vom Australier Robbie McEwen behauptete Grüne Trikot nur knapp verfehlte.

Abstand zwischen Ullrich und Armstrong bleibt gleich

Lance Armstrong und Jan Ullrich gaben sich auf der Fahrt durch das Zentralmassiv keine Blöße. Der fünffache Toursieger schloss auch die sonnige 10. Etappe mit 55 Sekunden Vorsprung im Gesamtklassement auf den Olympiasieger ab. Der Vorjahres-Vierte Tyler Hamilton (USA) liegt weiter 36 Sekunden hinter Armstrong. Virenque gewann die siebte Tour-Etappe seiner Karriere, holte alle Bergwertungen (68 Punkte) und streifte sich das rotgepunktete Trikot über, das er in diesem Jahr zum siebten Mal bis Paris tragen will.

Ullrich macht zum ersten Mal Tempo

Auf der schwierigen Etappe gab auch Ullrich seine bisherige Zurückhaltung auf. Beim Aufstieg zum ersten Berg der ersten Kategorie dieser Tour, auf dem Virenque Merckx düpierte, machte er an der Spitze des Verfolgerfeldes Tempo. Ullrich hatte dabei seinen Team- Kollegen Andreas Klöden an seiner Seite. Armstrong, der unmittelbar hinter dem Olympiasieger hochkletterte, verließ sich auf seinen Neueinkauf José Azevedo (Portugal) als Begleitschutz.

Schwerer Unfall von Matthias Kessler

Auf der Abfahrt war der Nürnberger Matthias Kessler in einen Zaun gerast. Nach kurzer Versorgung durch den Arzt fuhr Ullrichs Trainingspartner weiter. Danach stürzte der Franzose Sebastian Hinault noch schwerer und fand sich in einem Graben wieder. Er wurde mit Knochenbrüchen ins Krankenhaus gebracht. Der ehemalige Zeitfahr- Weltmeister Santiago Botero (Kolumbien) fiel zurück und nährte damit die Kritik an seiner Berufungs ins T-Mobile-Team auf Kosten des starken Kletterers Cadel Evans (Australien).

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