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Superbowl-Star Tom Bradys umstrittene Freundschaft mit Donald Trump

Tom Brady
Immer wieder soll Tom Brady was zu Trump sagen. Er will aber nicht.
© Darron Cummings/AP/DPA
Superbowl-Gewinner Tom Brady ist als langjähriger Freund des US-Präsidenten bekannt. Doch in den vergangenen Wochen antwortete er beim Thema Trump ausweichend, verließ sogar Pressekonferenzen. Steckt Ehefrau Gisele Bündchen dahinter?

In den vergangenen Wochen war er beim Thema Donald Trump auffällig still. Tom Brady, Quarterback der New England Patriots und Ehemann von Supermodel Gisele Bündchen, ist der Star seiner Mannschaft und als solcher gewohnt, im Scheinwerferlicht zu stehen. Er ist es gewohnt, interviewt zu werden. Was er nicht gewohnt ist: Dass viele von ihm erwarten, sich politisch zu äußern.

Mit dem Sieg seines Teams im Superbowl-Finale am Sonntag hat Brady sportlich Bestmarken gesetzt. Er hat sich an die Spitze der Rekordliste für Quarterbacks gesetzt und wurde zum vierten Mal als wertvollster Spieler des Finales ausgezeichnet. Und doch tun sich einige Fans schwer damit, den Patriots-Star ausgiebig zu feiern. Denn Brady verbindet eine langjährige und so enge Freundschaft mit dem umstrittenen US-Präsidenten Donald Trump, dass in US-Medien gar von einer "Bromance" die Rede ist. Im September 2015 ließ der Quarterback sich vor seinem Spind fotografieren, in dem eine rote "Make America great again"-Mütze zu sehen war. Und Trump pries den Spieler seinerseits auf Twitter: "Tom ist mein Freund und ein totaler Gewinner."

Gisele Bündchen tritt für Umwelt- und Klimaschutz ein

Kein Wunder, dass Brady sich in den vergangenen Monaten immer wieder Fragen zu seinem Freund Trump stellen lassen musste – zumal Ehefrau Gisele Bündchen Brasilianerin ist und sich für Dinge engagiert, die der US-Präsident eher überflüssig findet. Bündchen war Botschafterin für das Umweltprogramm der UN, sie setzt sich aktiv für Klima- und Umweltschutz und gegen die Erderwärmung ein. Nach Trumps Einreiseverbot postete sie ein Foto auf Instagram, das für kulturelle Vielfalt wirbt. Ein Bild, das viele Kommentatoren mit Bemerkungen über Ehemann Brady quittierten.

Vielleicht ist es also ihr Einfluss, dass Brady sich seit einiger Zeit mit wohlwollenden Bemerkungen zurückhält und bei dem Thema ausweichend reagiert. "Ich habe mit meiner Frau gesprochen und sie meinte, ich solle nicht mehr über Politik reden", sagte er laut US-Medien auf einer Pressekonferenz. "Ich glaube, das ist eine gute Entscheidung für unsere Familie." Andere Pressekonferenzen verließ er nach Fragen zu Trump, ohne eine Antwort zu geben.

Mitspieler Tom Bradys kündigt Boykott von Trump-Empfang an

Fast scheint es inzwischen, als sei ihm die Freundschaft unangenehm. Trump selbst hatte erklärt, Brady habe ihn vor seiner Amtseinführung angerufen, um ihm zu gratulieren. Auf die Frage, ob es stimme, antwortete Brady in einem Interview: "Ich habe ihn angerufen, ja, in der Vergangenheit. Manchmal ruft er mich an. Manchmal rufe ich ihn an." Man müsse das im Kontext sehen, er kenne ihn seit 16 Jahren. "Er hat mich sehr lange unterstützt. Es ist nur eine Freundschaft. Ich habe viele Freunde, ich rufe viele Leute an."

Auch unter seinen Anhängern und einigen Teamkollegen ist die enge Freundschaft zu Trump umstritten. Der Bundesstaat Massachusetts, aus dem die Patriots stammen, gilt als Hochburg der Demokraten, viele Spieler des Teams sind außerdem afroamerikanischer Herkunft. Bradys Mitspieler Martellus Bennett hatte schon vor dem Superbowl angekündigt, im Fall eines Sieges auf den obligatorischen Empfang des Teams im Weißen Haus zu verzichten. Seine Begründung: "Ich unterstütze den Typen in diesem Haus nicht."

car

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