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Virologe im Interview: Christian Drosten im stern: Keine vollen Fußballstadien in den nächsten zwölf Monaten

Die Corona-Pandemie ist in Deutschland noch nicht auf dem Höhepunkt angekommen, trotzdem sind die Einschnitte in das öffentliche Leben massiv. Wann wird es überhaupt möglich sein, wieder so etwas wie Normalität zu haben? Virologe Christian Drosten gibt eine Einschätzung.

Von Anika Geisler und Mathias Schneider

Videologe Christian Drosten zum Coronavirus.

Der deutsche Profifußball muss sich darauf einstellen, dass seine schlimmsten Befürchtungen wahr werden. „Ich glaube überhaupt nicht daran, dass wir in irgendeiner absehbaren Zeit wieder Fußballstadien voll machen. Das ist überflüssig. Das wird es bis nächstes Jahr um diese Zeit nicht geben“, erklärt der renommierte Virologe Christian Drosten im stern-Interview (Bezahlinhalt).

Der Leiter der Virologie der Charité in Berlin erwartet in Sachen Freizeitaktivitäten auf absehbare Zeit keine Rückkehr zur Normalität in öffentlichen Einrichtungen. „Auf Dinge, die schön sind, aber nicht systemrelevant, wird man lange verzichten“, vermutet Drosten. Lediglich bei Maßnahmen wie Schulschließungen werde vermutlich in näherer Zukunft zu prüfen sein, ob diese wirklich den gewünschten Effekt erzielt hätten.

Es wird somit immer wahrscheinlicher, dass selbst Profi-Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit in den kommenden Monaten nicht durchgeführt werden können, um stadionferne Menschenansammlungen zu unterbinden. Bereits vor einigen Wochen hatten beim Bundesliga-Nachholspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln (2:1) hunderte Gladbach-Fans ihr Team dichtgedrängt außerhalb des Stadions unterstützt. Die Partie war wegen der Corona-Krise ohne Publikum im Stadioninnenraum durchgeführt worden.

+++ Lesen Sie hier das vollständige Interview mit Christian Drosten +++

Anmerkung der Redaktion: In dieser Einzelmeldung zum stern-Gespräch mit Christian Drosten, dem Leiter der Virologie der Charité in Berlin, haben wir seine Aussage über Fußballspiele in der Öffentlichkeit thematisiert. Drosten sagte uns im Interview: "Ich glaube überhaupt nicht daran, dass wir in irgendeiner absehbaren Zeit wieder Fußballstadien voll machen. Das ist überflüssig. Das wird es bis nächstes Jahr um diese Zeit nicht geben." In Überschrift und Vorspann der Meldung, die auf das ganze Interview verweist, wurde nur ein Teil einer längeren Passage zu gesellschaftlichen Distanzierungsmaßnahmen hervorgehoben, in der es um unterschiedliche Wertigkeit von Freizeitveranstaltungen gegenüber gesellschaftlich unverzichtbaren Einrichtungen geht. Dabei wurden Fußballstadien und Schulen als gegensätzliche Beispiele verwendet: "Auf Dinge, die schön sind, aber nicht systemrelevant, wird man lange verzichten", vermutet Drosten. Lediglich bei Maßnahmen wie Schulschließungen werde vermutlich in näherer Zukunft zu prüfen sein, ob diese wirklich den gewünschten Effekt erzielt hätten.

Wir wollten damit in keiner Weise den Eindruck entstehen lassen, dass es in der aktuellen Debatte rund um das Covid-19-Virus um eine reine Fokussierung auf den Fußball geht. Darum geht es Christian Drosten, wie er an anderer Stelle unseres Interviews betont, ausdrücklich nicht. Das können sie in weiteren Einzelmeldungen zu seinem Interview bei uns hier, hier und hier nachlesen.

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