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Freeze!: Vom Sport gezeichnet – so irre Grimassen ziehen Eiskunstläufer

Anmut, Eleganz, Glamour – solange sie gleiten, sehen Eiskunstläufer(innen) wunderschön aus. Doch wehe, sie werden angehalten. Ein paar gemeine Einblicke.

Tatjana Wolossoschar

Tatjana Wolossoschar, Ukraine

Auch wenn die Meisterschaften erst im Dezember beginnen, freuen wir uns jetzt schon auf die Eiskunstlauf-Saison. Es ist und bleibt doch eine der ästhetischsten Sportarten von allen. Jedenfalls solange die Damen und Herren in Bewegung sind. Denn wenn man statt eines Filmes mal die Fotografien der Olympischen Winterspiele in Sotschi anschaut, wird eins ganz schnell deutlich: Was so leicht und lässig aussieht, ist tatsächlich harte Arbeit. Die angespannten Gesichter der Sportler verraten, wie viel Konzentration zum Eiskunstlauf gehört und welchen Fliehkräften ihre Gesichter ausgesetzt sind.

Doch nicht nur die Athleten auf Schlittschuhen werden durch diese Momentaufnahmen "enttarnt", auch ihre Kostüme verlieren an optischem Reiz. Zu deutlich treten die mit halbtransparentem, hautfarbenem Stoff unterlegten Zwischenräume hervor, die aus der Distanz nackte Haut vorgaukeln sollen. 

Eine Frage der Konzentration

Anderen Sportlern ergeht es allerdings auch nicht besser. Schaut man sich Reiter oder Turniertänzer in den Momenten höchster Konzentration an, sehen deren Gesichter keinen Deut anders aus. Auch von Pianisten oder Profis an anderen Instrumenten lassen sich Bilder mit ähnlich entglittenen Gesichtszügen finden. Nur kommt bei Eiskunstläufern noch die Geschwindigkeit hinzu, die ihrem Antlitz den Rest gibt. Beim Pirouetteneffekt etwa, wenn das ausgestreckte Bein und der ausgestreckte Arm in der Rotation an den Körper herangezogen werden, wird die Drehung sichtbar beschleunigt. Das gilt nicht nur für die Standpirouette, sondern auch für alle anderen sowie Figuren und Sprünge wie zum Beispiel Rittberger, Flip oder Axel.

Wer sich übrigens fragt, was Eiskunstläufer im Sommer machen: Haben sie keine Eishalle in der Nähe zur Verfügung, behelfen sie sich meist mit Off-Ice-Sport, Ballett und Konditionstraining zum Beispiel. Sobald jedoch das Leistungssport-Niveau erreicht ist, hilft alles nichts, da müssen sie auch in der warmen Jahreszeit aufs Eis.


bal

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