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Gerichtsprozess: Adidas siegt gegen Puma und darf den "Stan Smith" weiter verkaufen

Mit einigem Erfolg hat der Sportartikelhersteller Adidas ein Schuhmodell aus den 70ern wiederbelebt - doch Konkurrent Puma reagierte mit einer Klage. Der Grund: Das Design des Bestsellers soll geklaut sein. Ein Gericht sah das anders.

Adidas Sportschuhe des Models "Stan Smith" stehen bei der Verhandlung gegen Puma auf einem Tisch im Landegericht Braunschweig.

Das Streitobjekt: Der Adidas Schuh "Stan Smith Boost" steht bei der Verhandlung gegen Konkurrent Puma auf dem Tisch der Richter des Landgerichts in Braunschweig.

Adidas darf weiter seinen vom Konkurrenten Puma wegen Ähnlichkeit bemängelten Sportschuh "Stan Smith Boost" verkaufen. In dem Zivilverfahren vor dem Landgericht Braunschweig zog Puma am Montag seinen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung zurück, wie das Gericht mitteilte.

Puma wollte eigentlich erreichen, dass Adidas die Sneaker nicht mehr weiter vertreiben darf. Der Grund: Puma beansprucht das Design des Adidas-Bestellerschuhs "Stan Smith Boost" für sich. 

"Den Beklagten soll aufgrund einer Verletzung eines europäischen Geschmacksmusters untersagt werden, das Modell 'Stan Smith Boost' anzubieten", hieß es in der Ankündigung des Landgerichts in . Der "Stan Smith Boost" gehört zu einer Reihe von Retro-Modellen aus den 1970ern, die Adidas erfolgreich wiederbelebt hat. Benannt wurde es nach einem ehemaligen US-Tennisspieler, der 1972 das Turnier in Wimbledon gewann. Derzeit ist der "Stan Smith Boost" in den USA das bestverkaufte Schuhmodell, auch in Deutschland sieht man ihn an sehr vielen Füßen. 

Adidas und Puma bekriegen sich seit Jahrzehnten

Nach Angaben des Gerichts dreht sich der Streit der Firmen um zwei Geschmacksmuster. Beide Geschmacksmuster sind auf Puma angemeldet. Ein Adidas-Sprecher wollte sich unter Hinweis auf das laufende Verfahren zunächst nicht äußern.

Anders als bei Patenten, die technische Erfindungen schützen, geht es bei Geschmacksmustern um das Design eines Produktes. Puma und Adidas, beide im fränkischen Herzogenaurach ansässig, sind seit Jahrzehnten rivalisierende Weltunternehmen auf dem Markt für Sportartikel. Gegründet wurden sie von zwei Brüdern, Rudolf und Adi Dassler, die über der gemeinsamen Leidenschaft für zu erbitterten Gegnern wurden. 


sve/DPA/AFP
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