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Burger-King-Filialen: RTL plante schon wieder neue Enthüllungen

Burger King schließt 89 Filialen, weil Standards nicht eingehalten wurden. Ganz freiwillig ist der Schritt aber nicht: Offenbar reagiert das Unternehmen auf erneute Undercover-Recherchen von RTL.

Wie geht es hinter den Kulissen zu bei Burger King? RTL hat neue Rechercheergebnisse angekündigt.

Wie geht es hinter den Kulissen zu bei Burger King? RTL hat neue Rechercheergebnisse angekündigt.

Die Entscheidung ist drastisch: Burger King kündigt seinem größten Franchisenehmer Yi-Ko - und 89 Filialen müssen mit sofortiger Wirkung geschlossen werden. Vor einiger Zeit hatte die RTL-Sendung "Team Wallraff" über Missstände bei dem Burger-King-Lizenznehmer berichtet. Wie die Fast-Food-Kette nun in einer Mitteilung verlauten ließ, habe man "trotz anfänglicher Erfolge" feststellen müssen, dass Yi-Ko erneut gegen Vereinbarungen verstoßen habe.

Nach Darstellung der RTL-Redaktion kam Burger King aber nur neuen Veröffentlichungen des Senders zuvor: Die Kündigung beruhe auf weiteren Rechercheergebnissen zu Hygiene- und Arbeitsbedingungen bei Yi-Ko, mit denen man die Geschäftsführung von Burger King vor knapp einer Woche konfrontiert habe. "Wie angekündigt, recherchierte 'Team Wallraff' weiter", heißt es auf der Seite des Senders. "So recherchierte die Redaktion erneut auch Undercover in mehreren Restaurants der Yi-Ko Holding."

Das Ergebnis: "Auch weiterhin werden viele der Burger-King-Standards in den Yi-Ko Restaurants nicht eingehalten. So werden Zutaten noch immer sieben Stunden und länger statt der maximal erlaubten vier Stunden ungekühlt in Küche gelagert. Auch die Arbeitsbedingungen für die eigenen Mitarbeiter bleiben weiterhin kritisch: Verzögerte Gehaltszahlungen oder ausbleibende Lohnfortzahlung bei Krankheit sind nach wie vor an der Tagesordnung." Am vergangenen Donnerstag habe man Burger King einen Fragenkatalog zukommen lassen und für die Beantwortung eine Frist bis zum 20. November gesetzt. "Kurz vor Ende dieser Fristsetzung hat Geschäftsführer Andreas Bork jetzt via Pressemitteilung die fristlose Kündigung des Franchsisenehmers Yi-Ko bekannt gegeben. "

Ein Burger-King-Sprecher erklärte dazu: "In der Wahrnehmung mag das vielleicht so aussehen. Richtig ist aber, dass wir an dem Thema seit einiger Zeit dran sind." Eine so weitreichende Entscheidung werde nicht über Nacht getroffen. "So haben sich die Dinge überschnitten."

Zukunft der betroffenen Mitarbeiter ungewiss

Die Kündigung betrifft etwa jede siebte deutsche Filiale des US-Unternehmens und damit insgesamt rund 3000 Beschäftigte. Die Mitarbeiter stünden nun vor einer ungewissen Zukunft, kritisierte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). "Das ist natürlich jetzt eine sehr schwierige Krise für dieses Unternehmen", sagte Guido Zeitler von der NGG. "Wir brauchen ganz schnell Klarheit, wie es mit den einzelnen Restaurants weitergeht, damit die Beschäftigten die Klarheit haben, bei wem sie morgen, übermorgen und überübermorgen noch arbeiten." Theoretisch sei es zwar denkbar, dass eine neue Burger-Kette gegründet werde - aber das sei nicht von heute auf morgen machbar.

Mit der Kündigung müssten die Filialen umfirmieren, sie werden künftig nicht mehr von Burger King beliefert. Ob und wie viele Restaurants dauerhaft schließen müssen, war zunächst nicht absehbar. Zur Frage, ob auch ein neuer Partner für die betroffenen Standorte infrage kommen könnte, äußerte sich Burger King zunächst nicht.

Yi-Ko will sich derweil wehren. Der Interims-Geschäftsführer Dieter Stummel kündigte an, die Restaurants sollen weiter geöffnet bleiben, solange Ware vorhanden sei. Das "Handelsblatt" zitierte Stummel mit den Worten, er wolle mit einer einstweiligen Verfügung vor Gericht erreichen, dass die Restaurants vorerst weitermachen können. Die Kündigung am Dienstagabend sei überraschend erfolgt. Eine schwerwiegende Vertragsverletzung liegt nach Stummels Überzeugung nicht vor. Sollten die Filialen nicht mehr öffnen können, wäre die Insolvenz des Unternehmens die Folge, sagte er.

car/DPA / DPA
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