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Deutsche Post: Dem Kundenservice verpflichtet

Filialen zu, Briefkästen weg - an der Unzufriedenheit ihrer Kunden hat die Post hart gearbeitet. Aus Sorge um drohende staatliche "Hilfestellung" verpflichtet sie sich nun selbst zu mehr Service.

Die Deutsche Post will ihren in die Kritik geratenen Kundenservice im Filial- und Briefkastennetz wieder verbessern. Um drohende neue gesetzliche Auflagen mit hohen Kostenfolgen zu vermeiden, sei die Post von sich aus zu kundenfreundlicheren Selbstverpflichtungen beim Leistungsangebot bereit, sagte Konzern-Kommunikationschef Manfred Harnischfeger am Freitag der dpa in Bonn.

Nach der massiven öffentlich-kommunalen Kritik will die Post den Abbau von Briefkästen in den nächsten Jahren begrenzen, wie aus dem Selbstverpflichtungs-Angebot hervorgeht, das der dpa vorlag. Mindestens 100.000 Briefkästen sollen danach bis 2007 erhalten bleiben. Das wären zwar rund 8000 weniger als heute, aber immer noch deutlich mehr, als gesetzlich vorgegeben. Die Post will außerdem sicherstellen, dass die Kästen nicht vor der letzten angegebenen Leerungszeit geleert werden.

Alle Leistungen ab 3001 Einwohner

Bundesweit sollen künftig in mindestens 12.000 Filialen - sie sind gesetzlich vorgeschrieben - alle Briefbeförderungsleistungen angeboten werden. In kleineren Filial-Agenturen war dies bislang nicht die Regel. In jedem zusammenhängend bebauten Wohngebiet mit mehr als 3000 Einwohnern garantiert die Post für eine Station. Die Filial-Öffnungszeiten sollen sich grundsätzlich an der Nachfrage orientieren.

Das verbrauchernahe Postkundenforum erklärte, die freiwilligen Leistungen seien ungenügend und könnten kein Ersatz für gesetzliche Regelungen sein, die auch den Wettbewerb fördern müssten. Post-Chef Klaus Zumwinkel führe derzeit zu dem Thema eine Reihe von Gesprächen mit Politikern, hieß es in Bonn. Der Selbstverpflichtungskatalog sei der Politik bereits zugegangen, sagte Harnischfeger.

Reaktion auf Beschwerden von Kunden und Politik

Nach den öffentlichen Beschwerden von Kunden und Marktseite sowie Reaktionen aus der Politik mit einem Gesetzesantrag im Bundesrat (von Hessen und Niedersachsen eingebracht) habe die Post damit selbst die Initiative ergriffen, erläuterte Harnischfeger. "Das ist ein Angebot der Post an die Politik, im Rahmen der Selbstverpflichtung Maßnahmen zu ergreifen. Das beinhaltet auch die Bitte an die Politik, nicht durch Ergänzung von Verordnungen und durch Überregelungen unsere Kostenstruktur wieder negativ zu verändern."

Die Post habe im Servicebereich ihr Angebot aus Gründen der Wirtschaftlichkeit und Kostenersparnis zurückgeschraubt, sagte Harnischfeger. Sie habe dabei aber die Qualität gewahrt und sei auch innerhalb der gesetzliche Vorgaben geblieben. Schon kleine Veränderungen bei den Vorgaben hätten auf der Kostenseite große Wirkung - "es geht immer um dreistellige Millionenbeträge".

Die Selbstverpflichtung soll bis zum Jahr 2007 gelten. So lange verfügt die Post noch über ihr weit reichendes nationales Briefmonopol. Es sichert dem börsennotierten Bonner Weltkonzern einen großen Teil seiner Erträge.

DPA / DPA