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Angelika Gifford bei "Die Boss" Meta-Chefin über Böhmermanns Facebook-Sendung: "Musste ich erst einmal verdauen"

Facebook Angelika Gifford
 Angelika Gifford ist Facebooks Vice President für Europa, den Mittleren Osten und Afrika
© Jürgen Schwarz / Imago Images
Im stern-Podcast "Die Boss" spricht Angelika Gifford, Managerin bei Meta, ehemals Facebook, mit Gastgeberin Simone Menne über die Vorwürfe aus der aktuellen Böhmermann-Sendung und gesteht: Die negative Presse sorgte auch bei ihr für schlaflose Nächte.

Die Anschuldigungen wiegen schwer: Facebook profitiert von Menschenhandel, schwächt Demokratien und setzt Teenager wissentlich Gefahren aus - so sammelte der Moderator Jan Böhmermann in seiner Sendung "ZDF Magazin Royale" die zahlreichen Vorwürfe gegen den Konzern in einem Beitrag, der am Wochenende viral ging. Die Redaktion hatte mit einer ehemaligen Facebook-Mitarbeiterin, der Whistleblowerin Frances Haugen, gesprochen und selbst in den geleakten "Facebook Papers" recherchiert. Böhmermann forderte im Clip abschließend in einem zugespitzten Song die Enteignung Facebooks. "Die Sendung mussten wir - zumindest aus meiner Sicht, -  erst einmal zwölf Stunden verdauen. Es hat mich sehr, sehr berührt, es war kein schöner Freitagabend, das kann ich garantieren", sagt die Managerin Angelika Gifford dazu im stern-Podcast "Die Boss".

Die 56-Jährige wurde diese Woche gerade befördert, verantwortet nun bei Meta - ehemals Facebook - neben dem Geschäft in Europa auch das in Afrika und im Nahen Osten. Im Gespräch mit Gastgeberin Simone Menne widerspricht sie Böhmermanns Darstellung. "Wir haben und werden nicht den Profit über die Sicherheit stellen!", sagt sie. Und sie versichert: "Jeder Teenager, der durch uns, in Anführungsstrichen, negativ beeinflusst wird, ist einer zu viel."  Die Vorwürfe würden sehr ernst genommen und intern aufgeklärt werden.

"Krisen können ein Unternehmen besser machen!"

Über die Whistleblowerin Frances Haugen sagt Gifford: "Sie hat die schwersten Fragen und Herausforderungen unserer gesamten Branche, nicht nur für Meta, hier einfach dargestellt und auch in Frage gestellt. Es sind komplexe Fragestellungen und Herausforderungen. Da gibt es keine einfachen Antworten. Ich kann jetzt nicht sagen, dass wir diese komplexen Fragestellungen bis 2025 alle beantwortet haben. Aber ich kann sagen, dass wir das sehr, sehr ernst nehmen und dass wir uns natürlich auch jede dieser Aussagen genau anschauen.“

Angelika Gifford glaubt, dass Krisen ein Unternehmen auch resilienter und ein Stück weit besser machen können. "Wir sind da auf einer starken learning curve." Dass ihr das Krisen-Management trotzdem nicht immer leicht fällt, gibt sie auch zu verstehen: "Aber natürlich liegt man nachts wach und denkt: Mein Gott, was passiert hier? Was machen die Themen, die da draußen jetzt natürlich rumschwirren, die negative Presse, was macht das für unser Image, was macht das für unsere Mitarbeiter, was macht's natürlich für unsere Nutzer auf der Plattform?", so die Top-Managerin bei "Die Boss".

In "Die Boss – Macht ist weiblich" sprechen Spitzenfrauen unter sich: Gastgeberin und Multi-Aufsichtsrätin Simone Menne (unter anderem BMW, Deutsche Post DHL, Henkel) trifft  Chefinnen aus allen Gesellschaftsbereichen, um mit ihnen über ihr Leben und ihre Karrieren zu reden. "Die Boss" erscheint vierzehntäglich immer mittwochs auf stern.de,  sowie auf Audio Now und allen gängigen Podcast-Plattformen.

sst

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