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Braucht der Tesla-CEO Geld?: Elon Musk: 36 Milliarden Euro reich, aber nicht flüssig? Was hinter seinen Hausverkäufen stecken könnte

Tesla-Boss Elon Musk will seine Häuser verkaufen. Das "Wall Street Journal" vermutet, dass hinter der Aktion nicht nur Freiheitsdrang stehen könnte: Der Milliardär könnte Geld benötigen.

Elon Musk

Tesla-Gründer Elon Musk hat überraschend vor einigen Tagen angekündigt, sich von all seinem physischen Besitz zu trennen (Archivbild)

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Dass Elon Musk einen raushaut, ist an und für sich nichts Besonderes. Der Tesla-Chef ist für unvorhergesehene Aktionen und seinen eigenen Blick auf die Dinge bekannt. Via Twitter lässt er die Welt ohnehin oft quasi in Echtzeit an seinen Plänen und Gedanken teilhaben. So ledert er beständig gegen die Corona-Schutzmaßnahmen der amerikanischen Behörden und will das Tesla-Werk in Kalifornien um jeden Preis wieder hochfahren - und sich notfalls dafür festnehmen lassen. 

 Außerdem rieben sich wohl nicht wenige User verwundert die Augen, als Musk nach der Geburt seines Babys den Namen des Söhnchens ankündigte: X Æ A-12, in Teilen angelehnt an einen Jet.

Am 1. Mai wiederum hatte Musk getweetet, dass er sich von seinem physischen Besitz trennen wolle. Er wolle kein Haus mehr besitzen. Seine Freundin Grimes, Mutter des neugeborenen Sohnes, sei deswegen sauer auf ihn. Tatsächlich stehen seither mindestens drei seiner Anwesen zu Verkauf, zu einem Gesamtpreis von 75 Millionen US-Dollar, etwa 69 Millionen Euro. 

Schwerreich heißt nicht gleich flüssig

Das "Wall Street Journal" schreibt, dass Musk dem Blatt gegenüber den Verkauf weiterer Immobilien angekündingt habe. Er wisse nicht, wo er künftig unterkomme, vermutlich werde er ein kleines Haus mieten. Bei Twitter antwortete er auf die Frage eines Users nach dem Grund der Verkäufe schlicht: "Freiheit". 

Die Wirtschaftszeitung vermutet jedoch, dass das Motiv etwas anders gelagert sein könnte: Musk könnte Geld brauchen. Das klingt erst einmal befremdlich angesichts der Tatsache, dass das Vermögen des Tesla- und SpaceX-Gründers laut Forbes mit rund 39 Milliarden Dollar, etwa 36 Milliarden Euro, eingeschätzt wird.

Tesla-Chef Elon Musk will die Produktion im Hauptwerk in Kalifornien wieder hochfahren

Die Krux: Musk ist reich, aber deswegen nicht unbedingt flüssig. Dem Blatt zufolge resultiert das gewaltige Vermögen vor allem aus Anteilen, die er an den Firmen Tesla und SpaceX hält. Tesla gilt derzeit an der Börse als wertvollster Autobauer der Welt, das Unternehmen war zuletzt mehr wert als VW, BMW und Daimler zusammen. Musk hält rund 20 Prozent der Anteile, laut "Wall Street Journal" mit einem Wert von 28 Milliarden Dollar, rund 26 Milliarden Euro. Der Wert der Anteile könnte sich in den kommenden Jahren noch vervielfachen. Allerdings kann Elon Musk, der übrigens auf ein Gehalt als Vorstandsvorsitzender verzichtet, seine Tesla-Aktien nicht einfach zu Geld machen. Er braucht seine Anteile, um die Kontrolle über Tesla zu behalten. 

Tesla und Elon Musk: an der Börse eine Schicksalsgemeinschaft?

Bereits in der Vergangenheit, so das Blatt, hätte es bei Musk Liquiditätsengpässe gegeben. Dies würden Gerichtsdokumente belegen. Der Milliardär hätte sich mehrfach Geld besorgen müssen, um seinen Lebensstil und seine Investments zu finanzieren. Dafür hätte er seine Tesla-Anteile beliehen. Diese Anleihen bergen allerdings ein großes Risiko: Denn wenn der Aktienwert zu stark abfällt, können die geldgebenden Institute einen Nachschuss vom Schuldner fordern. Vor dem Hintergrund wirkt ein Musk-Tweet vom 1. Mai eher befremdlich: Er beschwerte sich über den seiner Ansicht nach zu hohen Aktienkurs von Tesla, daraufhin fiel der Preis zwischendurch stark ab. 

Sollte Musk gezwungen sein, Teile seiner Tesla-Aktien zu verkaufen, könnte das nach Ansicht des Universitätsprofessors Charles Elson, Experte für Unternehmensführung, wiederum den Börsendruck auf Tesla erhöhen. Denn die Strahlkraft des als Visionär geltenden und bisweilen exzentrischen Musk gilt als ein Schlüsselfaktor, um den Enthusiasmus der Anleger immer weiter zu befeuern und den Aktienwert so in immer neue Höhen zu treiben. Mahner halten die Aktie ohnehin für überbewertet. 

Der Tesla-CEO selbst verneint übrigens in einer E-Mail an das Blatt, dass er seine Immobilien verkauft, um an Geld zu kommen. Er wolle sein Leben so einfach wie möglich gestalten und nur noch Dinge behalten, die einen sentimentalen Wert für ihn haben, wird er zitiert. 

Quellen: "Wall Street Journal", "Manager Magazin", "Capital"


rös