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Neue Forderung des Bürgermeisters: Warum Florenz etwas gegen Internetpoints und Burgerläden hat

Fettigem Essen, billigen Souvenirs und Kiosken soll es in der toskanischen Stadt Florenz an den Kragen gehen. Der Gemeinderat will strengere Regeln einführen. Restaurants und Shops, die sich nicht daran halten, sollen geschlossen werden. Es geht vor allem um einen lokalen Faktor.

Florenz sagt Fastfood den Kampf an

Florenz will Burger, Döner und Co. aus der Stadt drängen - wenn sie nicht lokale Gerichte anbieten.

Florenz hat billigen Mitbringseln, fettigem Essen und Kiosken, die rund um die Uhr Alkohol verkaufen, den Kampf angesagt. Der Gemeinderat will mit strengeren Regeln die Liberalisierung bei der Eröffnung von Geschäften zurücknehmen. In den vergangenen Jahren haben sich in der Innenstadt von Florenz immer mehr sogenannte Internetpoints, also Internetcafés, breit gemacht, die häufig von asiatischen Migranten betrieben werden. Auch die Zahl der Kioske, die 24 Stunden am Tag Alkohol verkaufen, ist stark gestiegen.

Florenz verschärft Vorschriften für Restaurants

Die Zahl dieser Geschäfte soll nun eingeschränkt werden, sagte Bürgermeister Dario Nardella der Nachrichtenagentur APA. Die Vorschriften sollen noch im Detail ausgearbeitet werden. Klar ist aber schon jetzt: Wer sich nicht an die neuen Spielregeln hält, bekommt Ärger. Geschäfte, die sich dem Gesetz widersetzen, sollen geschlossen werden. So könnten in der Innenstadt mindestens 200 Läden dicht machen, die pro Jahr von rund 13 Millionen Touristen besucht werden.

Schlechte Zeiten für McDonald's und Co.

Der Tourismus ist Fluch und Segen zugleich. Denn die Umsätze, die dank der Besucher sprudeln, werden auch durch billiges Essen und Souvenirs erzielt. Allerdings nehmen die Geschäfte ohne Bezug zur Toskana stark zu. Fastfoodketten und Billig-Shops aus der Innenstadt zu drängen, scheint dem Gemeinderat als Notwehr zu dienen. 

Auch andere Städte in der Toskana betroffen

Florenz steht mit dem drastischen Schritt nicht allein. Auch die Stadt Lucca, die nordöstlich von Pisa liegt, verschärft die Regeln. So dürfen Ethno-Läden im mittelalterlichen Stadtkern nicht mehr eröffnet werden, berichtet APA, um die "die gastronomische Tradition und die architektonischen Eigenschaften" der Stadt zu erhalten. Auch Sex-Shops und Fastfoodketten wird der Kampf angesagt. Künftig muss jedes Restaurant, das eröffnen will, mindestens ein typisches Gericht aus der Region anbieten. Dass McDonald's, Burger King oder Döner-Buden nun Brotsalate oder Biscotti verkaufen werden, ist eher unwahrscheinlich.

kg