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Lagerkapazität ausgeschöpft: Fukushima: Radioaktives Wasser soll ins Meer geleitet werden

Das AKW in Fukushima wurde vor mehr als acht Jahren zerstört. Die Folgen beschäftigen Politiker und Wirtschaftler bis heute. AKW-Betreiber Tepco erwägt nun eine Entsorgung des kontaminierten Kühlwassers im Meer – und stößt damit auf Widerstand. 

Kühltanks der Tokyo Electric Power Company Holdings Inc.'s in Fukushima

In rund 960 Tanks wurde das kontaminierte Wasser gesammelt, das zur Kühlung der Brennstäbe in Fukushima verwendet wurde. Bis 2022 werden diese Lagerkapazitäten ausgeschöpft sein.

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Acht Jahre liegt die Atomkatastrophe im japanischen Fukushima zurück. Nun erwägt der für die Anlage zuständige Energiekonzern Tokyo Electric Power (Tepco) Pläne, wonach das radioaktiv verseuchte Kühlwasser künftig im Pazifik entsorgt werden könnte. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Mit dem Kühlwasser wurde damals das Schmelzen der Brennstoffkerne verhindert. Insgesamt sammelte sich so kontaminiertes Wasser in rund 960 Tanks an.

Weil die Lagerkapazitäten für das verseuchte Wasser Angaben des japanischen Umweltministers Yoshiaki Harada zufolge bis 2022 ausgeschöpft sind, werde derzeit über eine Entsorgung im Ozean nachgedacht. "Die einzige Möglichkeit ist, es ins Meer zu entleeren und zu verdünnen", wird Harada von Reuters zitiert. Ein endgültiger Beschluss zur Entsorgung im Meer steht demnach noch aus. Vorerst sollen Experten der Regierung einen Bericht vorlegen. 

Fischer in Fukushima befürchten Rufschädigung

Fukushima-Betreiber Tepco stößt mit seinen Plänen seitens der lokalen Fischer auf erwartbaren Widerstand. Demnach befürchten die Fischer eine mögliche Rufschädigung für Meeresfrüchte aus der Region und damit sinkende Einnahmen. Auch Südkoreas Regierung sieht den Vorstoß mit Sorge. “Wir hoffen nur, mehr Details über die laufenden Diskussionen in Tokio zu erfahren, damit es keine Überraschung gibt”, sagte ein südkoreanischer Diplomat zu Reuters. Bereits im August hatte Seoul wegen des Umgangs mit dem Fukushima-Wassers einen hochrangigen Botschafter Japans einberufen.

Zudem kommt der Vorstoß Haradas zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Erst im Juli wurde ein Strandabschnitt, rund 25 Kilometer von dem AKW in Fukushima entfernt, zum Baden freigegeben. 

Im März 2011 war es nach einem schweren Erdbeben der Stärke 9,0 und einem Tsunami zur Kernschmelze im Atomkraftwerk Fukushima gekommen. Über 160.00 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Es war das schwerste Atomunglück seit Tschernobyl im Jahr 1986. Weite Gebiete um Fukushima wurden verseucht. Die Luft, Böden, Wasser und Nahrungsmittel in der land- und meerseitigen Umbegung wurden kontaminiert. Inzwischen ist die Strahlung in den meisten Gebieten der Katastrophenregion wieder auf dem Normalstand. Ein Sperrgebiet unmittelbar um das AKW darf jedoch weiterhin nicht betreten werden. 

Quelle: Reuters

deb