Börse Verunsicherung nach Bush-Rede


Die Rede von US-Präsident George W. Bush vor dem Kongress brachte zwar nichts Neues, aber die asiatischen Finanzmärkte und der US-Dollar reagierten mit Verunsicherung.

Die Rede von US-Präsident George W. Bush vor dem Kongress hat am Mittwoch an den asiatischen Finanzmärkten die Erwartung eines baldigen Militärschlages der USA gegen Irak verstärkt und den Dollar sowie die Aktienbörsen belastet. Die Preise für Öl und Gold sowie die Kurse der US-Staatsanleihen zeigten sich dagegen in Fernost stabil. Analysten zufolge brachte die Bush-Rede nichts grundlegend Neues, daher werde die Unsicherheit an den Märkten vorerst anhalten.

Bushs Bericht

Bush sagte in seinem Bericht zur Lage der Nation, den US-Soldaten in der Golfregion stünden einige entscheidende Stunden bevor. Falls es zum Krieg mit Irak komme, „werden wir mit aller Kraft und Macht der Streitkräfte der Vereinigten Staaten kämpfen“. Der Präsident rief zugleich den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UNO) dazu auf, am 5. Februar zusammenzukommen, damit dann US-Außenminister Colin Powell Geheimdienstmaterial über Irak darlegen könne.

Expertenmeinungen

„Erst dann werden wir eine klare Vorstellung in der Irak-Frage bekommen, und das bedeutet mehr Unsicherheit für den Markt“, sagte Milton Ezrati, Volkswirt bei Lord Abbett & Co. zu dem neuen Termin. Xin Xie, Volkswirt der Bank of America in Singapur, sagte: „Die Rede für sich genommen dürfte die Erwartungen der Marktteilnehmer, was einen Krieg angeht, vermutlich nicht ändern. Sie bekräftigt im Wesentlichen die Position der USA.“ Andere Analysten sagten, Bush wolle mit seinen Äußerungen seine Landsleute auf einen Irak-Krieg vorbereiten. „Für die Märkte ist das - zumindest nach dem, was ich hörte - ein deutlicheres Plädoyer für einen Krieg, vielleicht eher früher als später und eher unilateral als multilateral“, sagte Sadakichi Robbins von Bank Julius Baer in New York.

Kursverluste für den Dollar

Der Dollar verzeichnete Kursverluste nach Bushs Aufritt vor dem US-Kongress. So stieg der Euro auf 1,0872/77 Dollar von 1,0825 Dollar im späten US-Handel am Vorabend. Zum Yen verlor die US-Währung auf 118,02/07 Yen nach 118,65 Yen im US-Handel.

Aktienmärkte in Japan und Korea

Auch die Aktienmärkte in Japan und Südkorea gaben nach. Der Nikkei-Index in Tokio schloss 2,28 Prozent schwächer, der Kospi-Index in Seoul verlor 2,87 Prozent.

Der Preis für ein Barrel (rund 159 Liter) der führenden US-Ölsorte „Light Crude“ notierte mit 32,75 Dollar wenig verändert. Analysten sagten, die Gefahren eines möglichen Irak-Kriegs seien bereits eingepreist.

Goldkurs kaum verändert

Auch das als sichere Anlage geltende Gold notierte mit 368,60/369,35 Dollar je Feinunze im Vergleich zum New Yorker Handel kaum verändert. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen hielt sich bei rund 3,96 Prozent.


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