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Serie: So geht Geldanlage

Vermögensaufbau mit Fonds: Aktien für Anfänger: Finanztest erklärt, wie man den richtigen ETF findet

An der deutschen Börse werden mehr als 1400 ETF gehandelt. Wer damit Geldanlegen will, verliert schnell die Übersicht. Die Experten von Finanztest sorgen für Durchblick und zeigen, wie man den passenden ETF findet.

Finanztest checkt das ETF-Angebot

Finanztest checkt das ETF-Angebot

Getty Images

Früher waren sie ein Geheimtipp, heute kann man sie bei nahezu allen Banken, Direktbanken und Online-Brokern bekommen: ETF,  Exchange Traded Funds, also börsengehandelte Fonds. Ihr besonderer Vorteil: Sie sind deutlich günstiger als aktiv gemanagte Fonds, bei denen noch ein teures Mangement bezahlt werden will. 

Doch das Angebot ist längst riesig geworden. Rund 1400 ETF werden angeboten. "Tatsächlich gibt es neben rundum sinnvollen ETF jede Menge riskanter Produkte", warnen auch die Experten von Finanztest. Zunächst sollten sich Anleger klar machen: Das Geld, das sie in einen ETF schieben, müssen sie mindestens für zehn Jahre entbehren können. Wer bei einer kaputten Waschmaschine oder einer teuren Autoreparatur an das Geld ran muss, sollte es nicht langfristig anlegen. 

Die wichtigste Entscheidung ist der Index, den der ETF abbildet. Das kann ein real existenter Index sein, wie der DAX. Doch längst gibt es auch Phantasie-Indizes, die beispielsweise nur in Aktien aus Entwicklungsstaaten oder ausschließlich in nachhaltige Firmen investieren. Hier ist der Kreativität der Banker keine Grenzen gesetzt. Für Aktien-Anfänger kann das schnell verwirrend sein. Als langfristige Basisanlage empfehlen die Finanztester einen weltweit gestreuten Aktienfonds. So lassen sich Risiken minimieren, wenn Skandale, juristische Probleme oder wirtschaftliche Schieflage die Erträge schrumpfen lassen. Da eine breite Mischung den Finanztestern wichtig ist, sind diese Indizes ganz vorne dabei: MSCI World, MSCI All Country World (ACWI), MSCI All Country World IMI und FTSE All World. 

Für Fortgeschrittene: ETF und Beimischung im Depot

Wer sich etwas mehr zutraut, kann sich ein ETF-Depot mit unterschiedlichen Bausteinen suchen - aber nur "wenn Sie eine klare Vorstellung davon haben, warum und in welcher Weise Sie vom MSCI World abweichen wollen", raten die Finanztest-Experten. Sie empfehlen eine Mischung aus wichtigen Länderfonds (USA, Japan, bei Bedarf Deutschland) und wenigen Regionenfonds. Denn. Zu kleinteilige Depots mit zig Fonds machen nur Arbeit und kosten unnötig viel Geld. 

Die Faustformel der Finanztester: Die Basis sollte auf einem Welt-Aktien-Index liegen, der Anteil sollte 70 Prozent des Gesamtdepots nicht unterschreiten. Dann sind Anleger auf der sicheren Seite. Die übrigen (maximal) 30 Prozent können als Beimischung im Depot für einen Rendite-Boost sorgen. Doch auch hier warnen die Experten: "Branchen-, Strategie- und Nebenwerte-ETF sind für Normalanleger eigentlich zu speziell." Daher haben sie in der Ausgabe 06/2019 eine Risikoschiene: Ängstliche Anleger setzen in den vorderen Risikoklassen auf Tages- oder Festgeld oder auf Euro-Staatsanleihen mit unterschiedlichen Laufzeiten. Im mittleren Risikosegment kommen Aktienfonds mit weltweitem Anlageschwerpunkt, Europa oder USA dazu. Wer zocken will, kann auch einen Exoten-ETF mit dem Schwerpunkt auf Brasilien oder der Türkei kaufen.

Den gesamten Beitrag "Die passenden ETF finden" von Finanztest erhalten Sie gegen Gebühr unter www.test.de

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1. Soll ich noch Aktien kaufen?  Nur wenn Sie gute Nerven haben: Sank doch der Dax, der Index der 30 größten Unternehmen, um 14 Prozent bis Anfang November. Und nächstes Jahr drohen Brexit, ein amerikanisch-chinesischer Handelskrieg und eine Eurokrise, weil Italien mehr Schulden machen will. Schlechte Nachrichten für Firmen und Kurse. Wer dennoch Aktien kaufen will, sollte nicht auf Einzelwerte, sondern auf Fonds setzen, die mehrere Titel bündeln. Einzelne Verluste lassen sich durch Gewinne anderer Papiere ausgleichen. Günstig sind Indexfonds, die Börsenindizes wie etwa den Dax, Eurostoxx oder den Weltindex MSCI der über 1600 weltweit größten Firmen abbilden. Wer im Jahr 2000 einen MSCI-Fonds gekauft hat, freut sich heute über einen Kursgewinn von mehr als 40 Prozent – trotz diverser Börseneinbrüche.

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Nur wenn Sie gute Nerven haben: Sank doch der Dax, der Index der 30 größten Unternehmen, um 14 Prozent bis Anfang November. Und nächstes Jahr drohen Brexit, ein amerikanisch-chinesischer Handelskrieg und eine Eurokrise, weil Italien mehr Schulden machen will. Schlechte Nachrichten für Firmen und Kurse. Wer dennoch Aktien kaufen will, sollte nicht auf Einzelwerte, sondern auf Fonds setzen, die mehrere Titel bündeln. Einzelne Verluste lassen sich durch Gewinne anderer Papiere ausgleichen. Günstig sind Indexfonds, die Börsenindizes wie etwa den Dax, Eurostoxx oder den Weltindex MSCI der über 1600 weltweit größten Firmen abbilden. Wer im Jahr 2000 einen MSCI-Fonds gekauft hat, freut sich heute über einen Kursgewinn von mehr als 40 Prozent – trotz diverser Börseneinbrüche.

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kg