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Flieger-Paradies: Brötchen holen mit dem Flugzeug

Ganz schön abgehoben: Wer in den USA in einem "Airpark" lebt, hat das Rollfeld vor der Tür und das Flugzeug in der Garage.

Es ist einer dieser lausigen Frühlingssamstage in Florida, kurz vor acht Uhr morgens, und Keith Phillips ahnt, dass sein Frühstück ins Wasser fallen wird. "Ich glaube, wir bleiben hier", grummelt er, während er seinen blaugelben Doppeldecker mit Kerosin versorgt und skeptisch in den grauen Himmel späht. "Das Wetter ist einfach zu schlecht." Tatsache. Von wegen Sonne satt in Florida. Es hat geregnet gestern, und heute sieht es nicht besser aus. Nur dass es in Florida nicht regnet, sondern aus Wolken bricht in fetten, harten Tropfen - Lawinen aus Wasser, die selbst fanatischen Fliegern den Spaß verhageln.

Was nicht heißt, dass man an so einem Morgen im Bett bleiben könnte. Die Pflicht ruft oder zumindest die Gewohnheit: Jeden Samstag, früh um acht, treffen sich Phillips und seine Nachbarn mit ihren Maschinen da unten an der Rollbahn. Wenn das Wetter mitspielt, fliegen sie dann gemeinsam zum Frühstück: zum Beispiel nach Titusville, ungefähr 50 Kilometer in den Süden; oder auch nach St. Augustine, etwas weiter weg in den Norden. Worauf sie eben Lust haben - Hauptsache, gleich neben der Landebahn steht ein Café. So wie hier in Spruce Creek, dem größten "Airpark" der USA.

Über 400 Airparks in den USA

Airparks sind, wie Shopping Malls, eine amerikanische Erfindung: Siedlungen um Startbahnen herum gebaut, die es Hobbypiloten erlauben, von ihrem Vorgarten aus in die Luft zu gehen. Die Rollbahnen führen direkt zur Garage (die natürlich fachmännisch Hangar heißt), und darin parkt kein Chrysler oder Ford, sondern eine Piper oder Cessna, ein Flugzeug Marke Eigenbau und gelegentlich ein ausrangierter Militärjet. Menschen, die in Airparks leben, lauschen dem Dröhnen der Motoren, als hörten sie eine Sonate von Beethoven; und wenn ein Flieger startet oder landet, dann halten sie inne und sagen Sachen wie: "Das muss Gene sein mit seiner T6." - "Bist du sicher?" - "War jedenfalls keine Wildcat."

Über 400 solcher Flieg-und-Wohn-Siedlungen gibt es in den USA, schätzt die Vereinigung "Living With Your Airplane" (Leben mit Ihrem Flugzeug), gut 50 davon in Florida. Aber keine kann mit Spruce Creek mithalten, dem ultimativen Vergnügungspark für Luftfahrtfreunde ein paar Kilometer südlich von Daytona Beach an Floridas Atlantikküste.

Vorzeige-Airpark "Spruce Creek"

Spruce Creek protzt mit einer 1200 Meter langen Landebahn, die im Zweiten Weltkrieg dem Militär diente, und mit 22 Kilometer asphaltierten Rollbahnen, die rund 500 Häuser an die Runway anbinden. "Es gibt viele nette Airparks", sagt Keith Phillips, der seit 1985 mit seiner Frau in Spruce Creek wohnt. "Aber hier ist es einzigartig."

Phillips, ein drahtiger ehemaliger Kampfjetpilot von 67 Jahren, hat inzwischen seinen Doppeldecker zu den anderen Flugzeugen manövriert, die an der Rollbahn auf besseres Wetter warten. Ein knappes Dutzend Maschinen parkt da auf grauem Beton, säuberlich aufgereiht: moderne Sportflieger neben liebevoll restaurierten Oldtimern, einmotorige neben zweimotorigen, weiße, bunte, große, kleine.

"Bei uns haben Flugzeuge immer Vorfahrt"

Wer in Spruce Creek wohnt, findet nichts Außergewöhnliches daran, mal eben ins Cockpit zu klettern und nach Washington zu fliegen, um ins Museum zu gehen, oder nach Miami zum Einkaufen, vielleicht anschließend noch zum Tauchen nach Key West. "Wir fliegen einfach, wohin wir wollen. Diese Freiheit gibt es in keinem anderen Land der Welt", schwärmt Tim Plunkett, 53, der als Pilot für Delta Airlines arbeitet. "Deshalb können wir unser Flugzeug benutzen wie andere Leute ihr Auto." Plunkett selbst besitzt fünf Maschinen, darunter einen russischen Kampfjet. Für Delta fliegt er oft nach Deutschland, und seine Fliegerfreunde dort tun ihm leid: "Die Kosten sind enorm", stöhnt er und dazu die vielen Vorschriften - "ich glaube nicht, dass die deutsche Bürokratie damit klar käme, dass Flugzeuge einfach so zwischen Fußgängern, Autos und Golfkarts umherfahren."

Dabei ist die Sache ganz einfach: Flugzeuge haben immer Vorfahrt. Das bläut Lenny Ohlsson Besuchern schon am Telefon ein, wenn er ihnen den Weg zu seinem Büro erklärt. Ohlsson ist einer von einer Hand voll Immobilienmaklern in Spruce Creek. "Der Markt ist klein", sagt der 64-Jährige, ein breiter Mann mit breitem Grinsen, "aber zum Glück sind die Häuser teuer." Dann klettert er in seinen blauen Chevrolet Celebrity, ein Modell aus den frühen Achtzigern, um sein bestes Stück vorzuführen: den Prachtbau eines Schweizer Industriellen, der im ganzen Jahr kaum einen Monat in Spruce Creek verbringt. Am Armaturenbrett von Ohlssons Chevrolet klebt ein kleines Plastikflugzeug, dessen Propeller bei eingeschalteter Lüftung im Luftstrom flattert.

Auch Promis wie John Travolta erfreuen sich dieses Lebensstils - wenn man sie lässt...

Die Fahrt geht vorbei an Einfamilienhäusern mit gepflegten Vorgärten, akkurat gestutzten Grünflächen, einem künstlichen See, Villen im Landhausstil. Makellose Fassaden, die Hangars gehen nach hinten raus. Der 1400-Quadratmeter-Palast des Schweizers ist opulent ausgestattet - zwei Küchen, zwei Kamine, ein Tennisplatz, Sauna, Bar, ein schwarzgoldenes Marmorbad mit zwei Toiletten und, nicht zu vergessen, ein Doppelhangar mit Navigationsraum. Der Preis von 5,7 Millionen Dollar? Geradezu ein Schnäppchen, findet Ohlsson: "Das Grundstück liegt an der Startbahn, das müsste eigentlich sieben Millionen kosten."

Vergleichsweise ärmliche Häuser ohne Hangar sind in Spruce Creek ab 135.000 Dollar zu haben, ordentliche kosten mindestens eine halbe Million. Das, in dem früher John Travolta gewohnt hat, steht gerade für 950.000 zum Verkauf. "Netter Kerl", sagt Ohlsson, "ruhig, zurückgezogen." Aber inzwischen umgezogen nach "Jumbolair", einen neuen Airpark bei Ocala, Florida, mit größerer Runway und weniger Nachbarn, die sich am Lärm von Travoltas Boeing 707 stören können - da gab es, bei aller Liebe zu Motorengeräuschen, in Spruce Creek dann doch Ärger. Zurückgelassen hat der Star ein Stück Grünfläche, auf dem er ein neues, größeres Haus bauen wollte. Als daraus nichts wurde, pilgerten Travolta-Fans nach Spruce Creek, gaben sich als Interessenten aus "und pflückten sich Grasbüschel als Souvenir", erzählt Ohlsson. "Völlig verrückt!" Dem Nachbarn wurde die Sache schließlich zu bunt. Er kaufte den Flecken Brachland für eine Million Dollar, um seine Ruhe zu haben. Bis heute steht auf dem Grundstück nur ein Zaun.

Hier leben die freiwillig Arbeitslosen

Das sind so die Sorgen in Spruce Creek. Arbeitslosigkeit ist kein Thema, weil die Mehrheit freiwillig arbeitslos ist. "Die meisten Leute hier", sagt Keith Phillips, "sind pensionierte Vorstandschefs, Flugkapitäne oder hochrangige Manager, die ausgezeichnet verdient haben und sich um ihr Altenteil keine Gedanken machen müssen." Man vertreibt sich den Tag damit, an Flugzeugen herumzubasteln, Motorrad zu fahren oder Golf zu spielen, gleich vor der Haustür: Spruce Creek hat seinen eigenen Golfkurs.

Phillips arbeitet noch sporadisch als Unternehmensberater für Rüstungsfirmen. Nebenher importiert er Motorsegler aus Brasilien, fährt seinen Porsche Boxster aus und hält seine fünf Flugzeuge in Schuss. Irgendwo zwischen 100.000 und 150.000 Dollar kostet ihn der Spaß, in Spruce Creek zu leben, Jahr für Jahr. Genau kann er das nicht sagen, genauso wenig, wie er sagen könnte, wie viel er im Monat ausgibt, um seine Flugzeuge zu betanken: "Solange ich's mir leisten kann, was soll's?"

In Spruce Creek zu wohnen, sagt Lenny Ohlssons Frau Patricia, eine begeisterte Pilotin, sei eben, "wie im Paradies zu leben. Wenn man dann stirbt und in den Himmel kommt, ist das kein großer Umzug mehr." Vor einer Weile, ergänzt ihr Mann, seien sie mit Bekannten in zehn Flugzeugen auf die Bahamas geflogen. "Wir waren tauchen, haben Hummer gegessen und viel Spaß gehabt - aber am Ende des ersten Abends sagte einer: "Was zum Teufel wollen wir hier eigentlich? Zu Hause haben wir's doch viel besser!""

Karsten Lemm
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(