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Geldanlage im Geschlechtervergleich: "Männer sind leidenschaftlicher beim Thema Geld"

Frauen haben ein geschicktes Händchen für Finanzanlagen. Das haben zumindest neuere Studien ergeben. Trotzdem werden Vermögenswerte oft von Männern verwaltet.

Von Kristina Junker

Frankfurt, in der Lounge eines Fünf-Sternehotels. Nur wenige hundert Meter vom Bankenviertel entfernt lümmeln sich Geschäftsleute auf Chesterfield-Sofas und Ledersesseln. Satte Teppiche unter deckenhohen Bücherregalen vermitteln das Ambiente eines englischen Clubs. Eine interessante Kulisse für ein Finanzgespräch - allein unter Frauen.

Hier treffe ich heute Constanze Hintze von "Svea Kuschel und Kolleginnen". Seit sechs Jahren ist Hintze Geschäftsführerin des größten Finanzdienstleistungsunternehmens für Frauen in Deutschland, seit mehr als 20 Jahren arbeitet sie als Expertin für Finanz- und Vermögensfragen. Heute will sie meine beantworten. "Sind Frauen in der Finanzkrise die besseren Börsianer?", beginne ich das Gespräch bei Cappuccino und Keksen. "Sie sind bei ihren Investments auf jeden Fall sorgfältiger", meint Constanze Hintze. "Die Frauen, die zu mir kommen, sind wissensdurstig, sie wollen so viel wie möglich über Geldanlagen erfahren. Ist das Risiko zu groß, gehen sie es nicht ein."

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"Männer sind anfälliger für hochriskante Investments"

Frauen spekulieren vorsichtiger als Männer - und das sowohl in Europa als auch den USA, bestätigt eine internationale Studie des Marktforschungsinstituts GfK und des "Wall Street Journal Europe", für die 14.000 Menschen in 17 Ländern befragt wurden. Was nicht gerade nach dem Erfolgsrezept für satte Gewinne klingt, hat sich in der jüngsten Wirtschaftskrise für viele weibliche Anleger bezahlt gemacht. Die deutsche DAB Bank nahm fast eine halbe Million Depots weiblicher und männlicher Privatkunden unter die Lupe. Gerade im Krisenjahr 2008 schnitten die Frauen dabei deutlich besser ab: Während der MSCI World, ein Index für die weltweiten Börsen damals 42 Prozent an Wert verlor, fuhren weibliche Anlegerinnen "nur" 30 Prozent an Verlusten ein - männliche Kunden machten dagegen ein Minus von 36 Prozent. Im Jahr zuvor hatten Frauen eine Rendite von 18 Prozent erzielt, auch hier konnten die Männer mit 14 Prozent deutlich weniger Gewinne mitnehmen.

Ist an der Börse also Vorsicht das weibliche Erfolgsrezept? "Auf jeden Fall in turbulenten Zeiten wie diesen", erklärt Constanze Hintze und zieht eine Skizze aus der schmalen Aktentasche. Statt Wachstumskurven und Zahlenkolonnen landet die Zeichnung eines kaskadenartigen Brunnens mit übereinander angeordneten Schalen vor mir. "In guten Märkten haben Frauen eine bessere Rendite und in fallenden Märkten weniger Verluste", erklärt Constanze Hintze. "Dafür sind Männer leidenschaftlicher beim Thema Geld, immer auf der Jagd nach Gewinnchancen und Rendite. Das macht sie in stabilen Märkten sehr erfolgreich, aber auch anfälliger für hochriskante Investments." Doch gerade die führen in fallenden Märkten oft zu herben Verlusten.

Anlage nach dem Brunnen-Modell

Die Depots von weiblichen und männlichen Kunden sehen laut Studien entsprechend unterschiedlich aus: Frauendepots sind in der Regel risikoärmer bestückt und setzen etwas stärker auf relativ sichere Anlageformen wie Renten- und Mischfonds, Männer dabei eher auf Aktien. Werden Frauen von Frauen wie Constanze Hintze beraten, verdoppelt sich der Effekt: die durchschnittliche DAB-Kundin hat 41 Prozent Aktien im Depot, die Kundinnen von "Svea Kuschel und Kolleginnen" in der Regel gerade mal 19 Prozent.

Aber Frau Hintze, was hat das denn jetzt alles mit dem mediterranen Brunnen-Bild zu tun? Während ihre Hände über das Blatt wandern, erfahre ich, dass Frauen oft länger überlegen, dafür aber geschickter streuen als Männer. "Wenn Männer etwas gut finden, setzen sie auch schon einmal auf eine Karte. Frauen wollen nichts vergessen, alle finanziellen Möglichkeiten kennen, und dabei hilft der Brunnen als Anschauungsobjekt", erklärt Hintze. Die verschiedenen Schalen symbolisieren die wichtigsten Finanzbereiche. In die oberste kommt im Beratungsgespräch alles "Flüssige", etwa Tagesgeld oder Sparbücher. Darunter mittelfristige Geldanlagen wie Aktien oder Fonds, und so weiter. Gerade der unterste Topf für die Altersvorsorge werde bei Männern aber oft besser gefüllt. "Frauen kümmern sich um alle, um die Kinder, um ihre alten Eltern, um den Partner - nur oft nicht um die eigene Zukunft", erklärt Constanze Hintze. Wenn Kundinnen mit dem Wunsch kommen, für den Nachwuchs Geld anzulegen, rate sie ihnen oft zum Umdenken: "Sorgen Sie dafür, dass Sie im Alter gut zurecht kommen. Machen Sie keinen Fondssparplan für Ihr Kind, machen Sie einen Rentensparplan oder eine Pflegevorsorge für sich. Etwas Besseres kann Ihrer Familie gar nicht passieren."

Frauen wollen Ihr Nest finanzieren

Verlegen nippe ich an meinem Milchkaffee, ich fühle mich ertappt. Schließlich hat meine Form von Vermögensvorsorge im Wesentlichen große Fenster und einen kleinen Garten. Theoretisch, irgendwann einmal. "Typisch weiblich", nennt das Constanze Hintze. "Viele Frauen haben wie Sie einen starken Nestbautrieb und planen ihr ganzes Leben vor allem auf die eigene Wohnung oder das Einfamilienhaus hin." Der Eigenheim-Impuls kann genau das Richtige sein, er bindet aber das Einkommen über viele Jahre und verführt zu ganz untypisch weiblichen Schnellschüssen. "Eine Kundin von mir ging für ein berufliches Projekt von Düsseldorf nach Hamburg und wollte dort sofort in eine Eigentumswohnung investieren. Ich habe ihr davon abgeraten", erinnert sich Hintze. Glücklicherweise mit Erfolg, denn kurze Zeit später war der Job weg und die Klientin zog aus dem Norden zurück ins Rheinland - ohne einen Kredit für eine Eigentumswohnung in der Hafenstadt am Bein. "Sie war flexibel, ein hohes Gut in diesen Zeiten."

Männer legen sich von vornherein nicht so schnell fest und gehen das Tänzchen auf dem Börsenparkett spielerischer an, zeigen Studien. Danach testen männliche Anleger mal diese Aktie, mal jene, investieren schnell in das komplizierte Fondsmodell, kaufen und verkaufen häufiger. "Besonders spannend wird es für mich immer dann, wenn ein Paar zu mir ins Büro kommt", berichtet Hintze. Dann geht es in ihrer Münchner Filiale an der Nymphenburger Straße zu wie im ehelichen Schlafzimmer: Er würde gerne zügig zur Sache kommen, sie ist zwar begeistert, will aber meist noch ein bisschen abwarten.

Mann ist entschlussfreudig, Frau besonnen - das bestätigen die Studien. Im Börsenjahr 2008 führten DAB-Kundinnen im Schnitt gerade mal rund fünf Transaktionen durch, die Männer neun. Wann habe ich eigentlich das letzte Mal einen Blick in mein Depot geworfen? Und wäre jetzt nicht ein guter Zeitpunkt, um mein Aktienpaket neu zu schnüren?, schießt es mir durch den Kopf, als ich mich zügig auf den Weg nach Hause zu meinem Computer mache. Schließlich habe ich heute noch etwas vor: Endlich einmal wieder ausgiebig einkaufen gehen - an der Börse.

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(