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Sanofi: US-Kartellamt prüft Aventis-Übernahme

Die US-Kartellbehörden haben sich in den Übernahmekampf zwischen Aventis und Sanofi-Synthélabo eingeschaltet. Aventis lehnt das Angebot der Franzosen als zu niedrig ab.

In dem Übernahmekampf zwischen den beiden Pharmakonzernen Aventis und Sanofi-Synthélabo haben sich die US-Kartellbehörden eingeschaltet. Die Federal Trade Commission (FTC) habe den Pariser Konzern aufgefordert, Unterlagen über sein Übernahmeangebot einzureichen, berichtet "Die Welt". Erst danach wollen die US-Behörden über eine vorläufige Genehmigung der Offerte entscheiden. Sanofi wolle in den kommenden Tagen reagieren.

Die FTC habe dann 30 Tage Zeit, um ihre Entscheidung zu fällen. Sollte sich die Behörde jedoch für eine eingehendere Untersuchung entscheiden, könnte dies den Übernahmeversuch um Monate verzögern. Die französische Börsenaufsicht AMF habe vor diesem Risiko bereits in ihrer Genehmigung gewarnt. Ein Zusammengehen von Aventis und Sanofi würde den drittgrößten Pharma-Hersteller der Welt entstehen lassen.

"Notfalls auch gerichtlich überprüfen lassen"

Die Zustimmung der US-Wettbewerbsbehörde FTC und der Börsenaufsicht SEC sind wichtige Voraussetzung für Sanofi, um auch in den USA Aventis-Aktionäre von den Vorteilen der feindlichen Übernahme zu überzeugen. "Wir werden alles genau verfolgen und notfalls auch gerichtlich überprüfen lassen", hieß es laut Zeitung aus Beraterkreisen von Aventis. Bei einem Zusammenschluss der beiden größten Arzneimittelfirmen Frankreichs entstünde ein Pharmariese, der weltweit Rang Drei der Branche belegen würde.

Sanofi hatte Ende Januar eine Übernahmeofferte im Volumen von damals rund 48 Milliarden Euro für den - gemessen am Umsatz - etwa doppelt so großen Konkurrenten Aventis vorgelegt. Das Management der erst 1999 aus der Fusion zwischen Rhone-Poulenc und Hoechst entstandenen Aventis hat die Offerte mehrfach als zu niedrig zurückgewiesen. Zuletzt hatte Aventis zudem die Zulassung der feindlichen Übernahmeofferte von Sanofi durch die französische Börsenaufsicht AMF vor Gericht angefochten. Vor dem Berufungsgericht in Paris will Aventis erreichen, dass die Entscheidung der Börsenaufsicht für ungültig erklärt werde.

Keine Erhöhung des Angebots - aber Gewinnsprung

Sanofi will hingegen sein Übernahmeangebot trotz Gewinnsprung im Jahr 2003 nicht weiter aufstocken. Der Konzern habe keine Pläne, das Angebot für Aventis zu erhöhen, teilte Frankreichs zweitgrößter Pharmakonzern am Montag mit. Der Gewinn vor Sonderposten und Goodwill sei um 17,7 Prozent auf 2,069 Milliarden Euro gewachsen. Sanofi-Synthelabo erklärte, man rechne weiter mit einem erfolgreichen Abschluss der feindlichen Übernahme im zweiten Quartal dieses Jahres.

Damit lag die Geschäftsentwicklung leicht über Analystenerwartungen, die im Durchschnitt mit einem Gewinn von 2,012 Milliarden Euro gerechnet hatten. Sanofi teilte ferner mit, die Dividende werde um 21,5 Prozent auf 1,02 Euro je Aktie angehoben. Zudem stellte der Konzern für 2004 einen Gewinnanstieg pro Aktie um 15 Prozent in Aussicht. Im abgelaufenen Jahr sei der Gewinn je Aktie um 21,5 Prozent auf 2,94 Euro vor Sonderposten und Goodwill gestiegen. Dies sei zum Teil auf Rückkauf von Aktien zurückzuführen.

DPA, Reuters