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Euro-Rettung: Griechenland bekommt weitere zehn Milliarden Euro

240 Milliarden Euro aus Hilfsprogrammen sollten Griechenland vor dem Bankrott retten. Jetzt kommen weitere zehn Milliarden hinzu. Das Geld war eigentlich für die Bankenrekapitalisierung vorgesehen.

Griechenland soll sogenannte vorbeugende Finanzhilfen aus dem Euro-Rettungsfonds ESM bekommen

Griechenland soll sogenannte vorbeugende Finanzhilfen aus dem Euro-Rettungsfonds ESM bekommen

Spitzenbeamte aus den EU-Mitgliedstaaten haben sich einem "Spiegel"-Bericht zufolge schon weitgehend auf neue Finanzhilfen für Griechenland geeinigt. Wie das Nachrichtenmagazin am Sonntag vorab aus seiner neuen Ausgabe berichtete, soll die griechische Regierung sogenannte vorbeugende Finanzhilfen in Höhe von rund zehn Milliarden Euro vom Euro-Rettungsfonds ESM zur Verfügung gestellt bekommen.

Der ESM müsse dafür aber kein zusätzliches Geld mobilisieren, heißt es in dem Bericht weiter. Vielmehr sollten Mittel aus dem zweiten Rettungspaket umgewidmet werden, die für die Bankenrekapitalisierung vorgesehen waren, aber nicht gebraucht wurden. Laut "Spiegel" soll Griechenland eine strenge Variante der vorbeugenden Finanzhilfen verordnet bekommen, die schärfere Auflagen und Kontrollen vorsieht.

"Vorsorgliche Finanzhilfe"

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte dazu im ARD-"Bericht aus Berlin", Griechenland sei "besser als wir vor zwei Jahren unterstellt haben". Dennoch müsse Athen "an den Finanzmärkten eine gewisse Unterstützung haben". Deswegen gebe es die Überlegung, "dass man eine Art vorsorgliche Finanzhilfe, das heißt ein Bereitstellungskredit unter einer ansprechenden Konditionalität vereinbaren könnte". Die Beratungen dazu liefen.

Griechenland hatte im Jahr 2010 am Rande des Bankrotts gestanden und erhielt in der Folge insgesamt 240 Milliarden Euro über internationale Hilfsprogramme. Im Gegenzug verpflichtete sich Athen zu einer rigiden Spar- und Reformpolitik, die im Land immer wieder für Proteste sorgt. Das zweite Hilfsprogramm über den ESM läuft zum Jahresende aus.

kup/AFP / AFP
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