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Hintergrund: Erdöl - das schwarze Gold

Es ist einer der wichtigsten Rohstoffe des 21. Jahrhunderts: Erdöl ist der Schmierstoff der Weltkonjunktur, sein Preis wird aufmerksamer verfolgt als der von Gold. Aber ist Öl gleich Öl - und wo kommt das beste her? Hier erfahren Sie alles Wissenswerte.

Im Prinzip ist Erdöl ein Gemisch aus verschiedenen Kohlenwasserstoffen. Wenn man es in die Elemente zerlegt, erhält man 83 bis 87 Prozent Kohlenstoff, 11 bis 15 Prozent Wasserstoff, bis zu sechs Prozent Schwefel, und Spuren von Sauerstoff, Stickstoff und Metallen. Die Verbindung von Kohlenstoff und Wasserstoff kann in Millionen verschiedenen Molekülstrukturen auftreten. Erdöl ist eine Mischung von vielen verschieden Kohlenwasserstoffen.

Fossiler Brennstoff

Deshalb ist Erdöl auch so unterschiedlich in der Erscheinung: Es kann gelb und dünnflüssig sein, oder dick und schwarz. Entstanden ist es nach heutiger Annahme aus Massen von abgestorbenem Plankton und Pflanzen, die vor Millionen Jahren auf den Meeresboden sanken. Überdeckt von Sand und unter Druck sowie durch Bakterien verwandelte sich die Masse in Öl. Große Lagerstätten sind am Arabischen Golf, im östlichen Russland, im Süden der USA, dem Kaspischen Meer, der Nordsee, in Indonesien oder in Nordafrika.

Wenn das Erdöl gefördert ist, wird es von Wasser, Gasen und anderen Verschmutzungen gereinigt und heißt dann Rohöl. Je leichter und je schwefelärmer das Rohöl ist, umso höherwertig ist es, da es einfacher zu verarbeiten ist. Besonders hochwertiges Öl kommt zum Beispiel aus Libyen, aber auch aus der Nordsee. Verarbeitet wird das Öl in Raffinerien. In hohen Metalltürmen wird es heiß gemacht und so in die verschiedenen Bestandteile getrennt: Benzin, Mitteldestillate (das sind Diesel und Heizöl) und Rückstände.

Mit dem Auto explodierte der Bedarf

Der Siegeszug des Öl begann Mitte des 19 Jahrhunderts, als in den USA die ersten großen Funde gemacht wurden. Vereinzelte Öllager knapp unter der Erde waren aber an verschiedenen Orten schon lange vorher bekannt. Zunächst wurde der auch als Steinöl bezeichnete brennbare Stoff vor allem für Lampen benötigt. Doch mit der Erfindung des Benzinmotors und des Autos explodierte der Bedarf: Kein anderer Energieträger wie Kohle, Gas oder Holz war so universell und praktisch einzusetzen. Öl ist energiereicher als Kohle, einfacher zu gewinnen und leichter zu verarbeiten.

Vor allem das Auto ist der wichtigste Abnehmer für Ölprodukte heute. Zum Heizen oder zur Stromerzeugung wird dagegen immer mehr das Erdgas eingesetzt. Gerade bei der Stromerzeugung haben sich andere Energieträger gegen Öl durchgesetzt: Neben Gas die Atomenergie, Wasserkraft und in jüngerer Zeit immer mehr Windkraft.

Wie lange reicht es noch?

Völlig unterschiedlich sind die Ansichten darüber, wie lange das Öl noch reicht. Nach Angaben des Ölkonzernes Esso gibt es zur Zeit 180.718 Millionen Tonnen Weltölreserven. Aber jedes Jahr werden neue Funde gemacht. Außerdem gibt es über die 180.718 Millionen Tonnen hinaus so genannte Öl-Ressourcen. Das sind Lager, die bekannt sind, aber mit heutiger Technik nicht wirtschaftlich zu fördern, etwa unter der Tiefsee. Experten gehen davon aus, dass Öl nicht ausgeht, sondern dass der Preis irgendwann so hoch steigt, dass andere Energieformen wirtschaftlicher werden.

mit DPA / DPA