Hotel-Affäre Staatsanwalt verhandelt mit Welteke über Bußgeld


Der wegen einer umstrittenen Einladung ins Berliner Luxus-Hotel Adlon zurückgetretene Ex-Bundesbankpräsident Welteke muss womöglich nicht vor Gericht. Bei einer einvernehmlichen Lösung ist die Verfahrenseinstellung möglich.

Der wegen einer umstrittenen Einladung ins Berliner Luxus-Hotel Adlon zurückgetretene Ex-Bundesbankpräsident Ernst Welteke muss womöglich nicht vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft verhandelt mit Weltekes Anwälten zurzeit über eine einvernehmliche Lösung zur Zahlung eines Bußgelds, wie der Leiter der Ermittlungsbehörde, Hubert Harth, am Wochenende mitteilte.

Bußgeld in Höhe von 50.000 Euro

Danach würde das Verfahren eingestellt, es käme zu keinem Gerichtsverfahren wegen des Verdachts auf Vorteilsnahme, und Welteke wäre nicht vorbestraft, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt. Mit seinem Rücktritt habe Welteke bereits einen Nachteil erlitten. Zur Höhe des Bußgeldes wollte sich Harth nicht äußern.

Die "Bild"-Zeitung hatte berichtet, das Verfahren gegen Welteke werde möglicherweise bald eingestellt. Die Ermittler seien bereit, von einer Klage abzusehen, wenn Welteke eine "Auflage" von 50.000 Euro bezahle. Über die Summe werde noch verhandelt.

Wo bleibt der Vorteil für Dresdner Bank?

Nach einem "Focus"-Vorabbericht klassifiziert der Heidelberger Kriminologe Dieter Dölling die Affäre als "keinen glatten Fall". Welteke habe die Party zur Euro-Einführung offenbar als Amtsgeschäft zu üblichen Konditionen verstanden. Verteidiger Rainer Hamm fällt es dem Blatt zufolge "selbst theoretisch schwer", eine Beziehung zu konstruieren, die der Dresdner Bank einen Vorteil verschafft hätte.

Um künftig ähnlichen Fällen vorzubeugen, warne der neue Ethik-Beauftragte der Bundesbank, Theodor Baums, den Vorstand, sich von anderen Geldinstituten hofieren zu lassen, berichtete der "Focus". Bei "gezielten Einladungen" gerate man "schnell in den roten Bereich", mahnte der Leiter des Instituts für Bankrecht an der Universität Frankfurt dem Blatt zufolge. Seine rechtlichen Leitlinien werde Baums diese Woche veröffentlichen.

Welteke war im April zurückgetreten, nachdem bekannt geworden war, dass er vier Tage mit Familie für 7.661,20 Euro im Berliner Luxushotel Adlon auf Kosten der Dresdner Bank verbracht hatte.

DPA

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