VG-Wort Pixel

Nur knapp unter Rekord-Teuerung Preise steigen und steigen – neue Daten belegen hohe Inflation in den USA

Benzin horten wegen der hohen Inflation: Ein Mann hat mehrere Kanister Treibstoff gekauft
Inflation macht erfinderisch: Dieser Mann aus Memphis im US-Bundesstaat Tennessee hortet Benzin – für den Fall, dass der Treibstoff noch teurer wird.
© Karen Focht/ / Picture Alliance
Die hohe Inflation macht auch den Menschen in den USA große Sorgen. Jetzt hat das Arbeitsministerium neue Daten zur Teuerung veröffentlicht.

Die Inflation ist in den USA weiter ein Thema, das der Politik und vor allem den Bürgern große Probleme bereitet. Im April schwächte sich die Teuerung in den Vereinigten Staaten zwar nach monatelangen Steigerungen ab – allerdings nur ganz leicht. Die Verbraucherpreise stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 8,3 Prozent, wie das Arbeitsministerium am Mittwoch in Washington mitteilte.

Damit entfernt sich die Teuerung nur ein wenig von dem höchsten Wert seit gut 40 Jahren, die sie im März mit 8,5 Prozent markiert hatte. Der US-Dollar und die Kapitalmarktzinsen in den USA stiegen in einer ersten Reaktion an. Das spricht dafür, dass die Finanzmärkte mit weiteren und deutlichen Zinsanhebungen durch die US-Notenbank Fed rechnen. Die Zentralbank stemmt sich bereits mit einer strafferen Geldpolitik gegen die hohe Geldentwertung.

Inflation in den USA wurde zunächst durch Corona angefacht

Schon im vergangenen Jahr war die Inflation in den USA angestiegen, was vor allem an den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie gelegen hatte. Getrieben wurde die Teuerung damals vor allem durch eine erhöhte Nachfrage nach Gütern bei gleichzeitigen Engpässen bei den internationalen Lieferketten und ein Arbeitskräftemangel.

In den vergangenen Monaten führten dann die Ukraine-Krise und schließlich der am 24. Februar gestartete russische Angriffskrieg gegen das Nachbarland zu einem starken Anstieg der Preise für Erdöl und damit auch für Benzin.

Die Notenbank Fed erhöhte angesichts der hohen Inflation in den vergangenen Monaten bereits zwei Mal den Leitzins: im März um 0,25 Prozentpunkte und dann vergangene Woche um 0,5 Punkte. Der Leitzins liegt damit in einer Spanne zwischen 0,75 und 1,0 Prozent.

Die Teuerung ist ein gewaltiges politisches Problem für Präsident Joe Biden, dessen Demokraten bei den Kongress-Zwischenwahlen im November eine herbe Niederlage befürchten müssen. Der deutliche Preisanstieg wird als eine Ursache für die schlechten Umfragewerte des Präsidenten gesehen. Am Dienstag hatte Biden versichert, der Kampf gegen die Inflation sei die innenpolitische "Top-Priorität" seiner Regierung.

Leitzins in Europa wohl nicht mehr lange bei null Prozent

In Europa liegt der Leitzins noch immer bei null Prozent – aber auch das könnte sich ändern, denn auch auf unserem Kontinent leiden Bürger und Wirtschaft unter steigenden Preisen. Mehr als sechs Jahre, nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins auf das jetzige Niveau gesenkt hatte, könnte der Sommer die Zinswende bringen. "Einige Zeit" nach dem voraussichtlichen Ende der EZB-Anleihekäufe zu Beginn des dritten Quartals werde die Zentralbank den Leitzins erhöhen, sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde am Mittwoch und sprach diesbezüglich von "wenigen Wochen".

Der Druck auf die EZB, die Leitzinsen zu erhöhen, war aufgrund der hohen Inflationsrate im Euroraum zuletzt weiter gestiegen. Im April erreichte die Teuerung ein Rekordhoch von 7,5 Prozent. Eigentlich strebt die EZB einen Wert von zwei Prozent an. In Großbritannien waren die Leitzinsen zuletzt ebenfalls angehoben worden.

Mann schiebt Einkaufswagen durch einen Supermarkt
Teaserbild: Getty Images / Minerva Studio

Sehen Sie im Video: Die Preise steigen – und das auch in den Supermärkten. Doch inwiefern werden die Kunden hierbei von der Lebensmittelindustrie ausgetrickst? Wie kann man in solchen Zeiten Geld sparen? Diese und weitere Fragen werden hier beantwortet.

anb / nk AFP DPA

Mehr zum Thema

Newsticker