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Annäherung: Ärztestreik vorerst gestoppt

Die für Februar angekündigten Ärztestreiks in Stadt- und Kreiskrankenhäusern sind vorerst abgewendet. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände will nun doch Tarifverhandlungen aufnehmen.

Die Vereinigung Kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA) bot den Klinikärzten am Donnerstag in Berlin Tarifverhandlungen an. Der Ärzteverband Marburger Bund begrüßte das Gesprächsangebot. Verbandschef Frank Ulrich Montgomery sagte, seine Gewerkschaft sei an konstruktiven Gesprächen interessiert, Streiks fänden vorerst nicht statt. Bisher hatten die Arbeitgeber Gespräche verweigert und von den Ärzten verlangt, dass sie den mit der Gewerkschaft Verdi ausgehandelten allgemeinen Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst akzeptieren.

"Das ist eine Entscheidung ganz im Sinne der Ärzte in den kommunalen Krankenhäusern, die nicht länger bereit sind, überlange Arbeitszeiten und eine zu geringe Vergütung zu ertragen", so Montgomery. Die Aufnahme von Gesprächen sei auch ein positives Signal an die Medizinstudenten, von denen wegen der Arbeitsbedingungen ein Großteil in andere Berufe oder ins Ausland abwandere.

Die VKA erklärte, sie erwarte von der Ärztegewerkschaft, dass sie von ihrer Forderung nach einer Erhöhung des Einkommens der Mediziner um 30 Prozent abrücke und konstruktiv in die Tarifverhandlungen gehe. Das Einkommen der deutschen Ärzte bewege sich im internationalen Vergleich im Mittelfeld. Auch seien Behauptungen nicht haltbar, wonach die Hälfte der jungen Mediziner mehr als 60 Stunden pro Woche arbeiten müsse.

Die Mediziner treten für einen arztspezifischen Tarifvertrag ein. Unter anderem wollen sie erreichen, dass Bereitschaftsdienste als Arbeitszeit anerkannt werden.

Reuters/AP