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arbeiten-ausland: Arbeiten in Griechenland

Arbeiten in Griechenland heißt arbeiten in einem der sonnigsten Länder Europas. Etwas weniger sonnig sind die Gehaltsaussichten: Im Durchschnitt muss mit etwa 60 Prozent niedrigeren Gehälter als in Deutschland gerechnet werden.

Arbeitserlaubnis: Staatsangehörige der Mitgliedstaaten der Europäischen Union und des Europäischen Wirtschaftsraums benötigen keine Arbeitserlaubnis. Angehörige anderer Staaten müssen im Besitz einer Arbeitserlaubnis sein.

Arbeitsvertrag: In Griechenland ist keine besondere Form des Arbeitsvertrages vorgeschrieben. Mündliche Arbeitsvereinbarungen auch für gehobene Positionen sind üblich. Allerdings geht man immer mehr zur schriftlichen Form über. Verträge und Probezeit sind frei verhandelbar. Die Dauer der Probezeit ist allerdings gerichtlich auf maximal zwei Monate begrenzt. Die Höhe des Gehaltes hängt vom persönlichen Verhandlungsgeschick ab. Bei einer Kündigung seitens des Arbeitgebers ist dieser verpflichtet, eine Abfindung zu zahlen und zwar unabhängig vom Vorliegen von Kündigungsfristen. Fristgerechte und fristlose Kündigungen unterscheiden sich demnach nur durch die Höhe der Abfindung, die sich nach Dauer der Betriebszugehörigkeit richtet.

Arbeitszeit: Das Gesetz sieht eine tägliche Arbeitszeit von acht Stunden und eine Wochenarbeitszeit von 40 Stunden vor. In der Praxis umfasst die Arbeitswoche fünf Tage. Der Sonntag gilt als gesetzlicher Ruhetag.

Aufenthaltsgenehmigung: Hält sich der Arbeitsuchende länger als acht Tage in Griechenland auf, muss er sich bei der Polizei melden. Nach drei Monaten ist eine Aufenthaltserlaubnis einzuholen, und zwar entweder bei der Polizei oder beim Ausländeramt in Athen, Alexandras Allee 173, Tel.: 00301 642 71. Die Genehmigung wird zunächst für sechs Monate ausgestellt und später auf fünf Jahre verlängert. Auch die Familienangehörigen sind aufenthaltsberechtigt.

Gehalt: Die Gehälter in Griechenland liegen im Schnitt 60 Prozent unter dem deutschen Durchschnitt. Ein 13. Monatsgehalt ist üblich, außerdem eine Gratifikation zu Ostern. Während des gesetzlich vorgeschriebenen Urlaubs erhält der Arbeitnehmer das normale Arbeitsentgelt und zusätzlich eine Urlaubssondervergütung, die die Hälfte des Monatseinkommens beträgt. Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge werden vom Arbeitgeber einbehalten.

Soziale Absicherung: Der wichtigste und größte Versicherungsträger für Arbeitnehmer ist die IKA, die Anstalt für soziale Sicherheit. Daneben gibt es noch einige kleinere Systeme, zuständig für bestimmte Berufsgruppen. Über die IKA sind abgedeckt: Krankheit, Mutterschaft, Berufskrankheiten, Arbeitsunfälle, Invalidität, Alter, Hinterbliebenenrente, Arbeitslosengeld und Kindergeld. Männer ab 65 und Frauen ab 60 Jahren können Altersruhegeld beantragen. In Ausnahmefällen sinkt die Grenze auf 60 bzw. 55 Jahre. Die Sozialabgaben betragen etwa 13,5 Prozent des Bruttogehaltes.

Lohnfortzahlung im Krankheitsfall: Im Krankheitsfall zahlt die Krankenkasse Sozialleistungen. Deren Höhe richtet sich nach dem Erwerbseinkommen, hinzu kommen jeweils zehn Prozent pro unterhaltspflichtiger Person (maximal vier). Infos zur Sozialversicherung erteilt die IKA.

Urlaub: Laut Gesetz haben Angestellte, die fünf Tage in der Woche arbeiten, 20 Tage, die übrigen Arbeitnehmer 24 Tage Urlaub. Dazu kommt ein Urlaubstag für jedes zusätzliche halbe Jahr Betriebszugehörigkeit, bis jeweils maximal 22 und 26 Tage erreicht sind. Des weiteren sieht der griechische Kalender elf Feiertage vor, die regional unterschiedlich sein können.

Visum: Staatsangehörige eines Mitgliedstaats der Europäischen Union haben das Recht, ohne besondere Formalitäten einzureisen. Sie brauchen dazu lediglich einen gültigen Personalausweis oder Reisepass. Bürger anderer Staaten benötigen ein Visum.