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Ausbildung: Neuregelung: 20.000 Ausbildungsplätze mehr

Ab dem 1. August sollen Betriebe leichter als bisher Jugendliche ausbilden können. Das Bundeskabinett beschloss die Ausbilder-Eignungsverordnung für fünf Jahre auszusetzen.

Betriebe sollen leichter als bisher Jugendliche ausbilden können. Das Bundeskabinett beschloss dazu am Mittwoch, die so genannte Ausbilder-Eignungsverordnung für fünf Jahre auszusetzen. Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) erwartet davon 20.000 zusätzliche Lehrstellen. Durch die Aussetzung der Verordnung werden die Hürden für jene Firmen niedriger, die bisher nicht ausbilden durften. Die Regelung wird zum 1. August wirksam.

Mehr Betriebe dürfen ausbilden

Künftig können auch Betriebe ausbilden, in denen kein Ausbilder die Prüfung nach der Ausbilder-Eignungsverordnung (AEVO) abgelegt hat. Nun reicht es, wenn das Ausbildungspersonal über arbeits- und berufspädagogische Kenntnisse verfügt. Für das Handwerk werde es in Kürze entsprechende Regelungen geben, kündigte Bulmahn an.

Ausbildung für alle

Sie geht davon aus, dass die aktuelle Ausbildungsplatz-Lücke, die sich Ende April in 160.000 fehlenden Lehrstellen zeigte, bis zum Beginn des Ausbildungsjahres im Herbst geschlossen werden kann. Zu der in der SPD diskutierten Ausbildungsplatzabgabe sagte die Ministerin, sie setze darauf, dass die Wirtschaft freiwillig ihrer Verantwortung nachkommt. Gesetzliche Regelungen befürworte sie nur für den Fall, dass das Ziel verfehlt werde, allen ausbildungswilligen und -fähigen Jugendlichen eine Lehrstelle anzubieten. Bulmahn betonte, in der Regierung gebe es derzeit keine Planungen für eine Ausbildungsplatzabgabe.