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Ausbildungsmarkt: Erstmals mehr Lehrstellen als Bewerber

Erstmals seit sieben Jahren wird es auf dem Ausbildungsmarkt mehr Lehrstellen als Bewerber geben. Grund für den Boom ist die gute Konjunktur. Besonders in technischen Berufen ist die Lage sehr gut. Die Wirtschaft befürchtet aber, dass es nicht genügend qualifizierte Bewerber gibt.

Jugendliche haben derzeit so gute Chancen auf eine Lehrstelle wie seit Jahren nicht mehr. Zu Beginn des Ausbildungsjahres Ende September wird es erstmals seit sieben Jahren wieder mehr Lehrstellen als Bewerber in der deutschen Wirtschaft geben. Das sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Ludwig Georg Braun, der "Bild"-Zeitung: "Die Aussichten für die Jugendlichen bei der Lehrstellensuche sind glänzend."

Grund für den Boom ist laut Braun die gute Konjunktur. Dadurch sei der Bedarf an Auszubildenden in den Unternehmen gestiegen. "Vom Aufschwung auf dem Lehrstellenmarkt profitieren besonders die Jugendlichen, die seit Längerem einen Ausbildungsplatz suchen", sagte der DIHK-Chef.

Nach Angaben des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) liegt die Zahl der bereits abgeschlossenen Ausbildungsverträge derzeit 6,4 Prozent höher als vor einem Jahr. Allerdings befürchtet ZDH-Präsident Otto Kentzler, dass viele Schulabgänger nicht ausreichend qualifiziert sind und vor allem Lehrstellen in technischen Berufen nicht besetzt werden können. "Gesucht werden hier vor allem Schulabgänger mit ordentlichen Noten in Mathematik und Naturwissenschaften", sagte Kentzler. Deshalb sei zu befürchten, dass auch in diesem Jahr Lehrstellen unbesetzt blieben.

Im Januar des Jahres hatten den 11.300 noch unversorgten Bewerbern 4200 Angebote für Berufsausbildungsstellen und 19.500 Stellen für Einstiegsqualifizierungen gegenüber gestanden. Im vergangenen Jahr hatten insgesamt rund 626.000 Jugendliche eine Ausbildung begonnen. Bis September waren damals insgesamt 13.013 mehr Verträge abgeschlossen worden als 2006. Das Handwerk hatte einen so hohen Stand an Neuabschlüssen zuletzt vor der Rezessionsphase ab dem Jahr 2000 verzeichnet.

AP / AP