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BEISPIELRECHNUNG: Bewerbung für die Arbeitslosigkeit?

Das Thema ihrer Doktorarbeit hieß: »Assimilation von Juden in Amerika am Beispiel des Werks von Cynthia Ozick«. Eine Bewerbung für die Arbeitslosigkeit, könnte man meinen. Doch für Beate Rzadtki, 44, hat es sich gelohnt: Sie ist heute Chefin der Unternehmenskommunikation von Agilent Technology.

Beate Rzadtki studierte vier Semester Jura in Göttingen, schwenkte dann auf Anglistik, Amerikanistik und Philosophie um. Sie jobbte nebenbei als studentische Hilfskraft und Fremdsprachensekretärin. Sechs Jahre Studium und vier Jahre Promotion kosteten sie rund tausend Euro für Bücher und 200.000 Euro entgangenen Verdienst, den sie kassiert hätte, wäre sie nach dem Abitur voll ins Arbeitsleben eingestiegen. Durch ein Praktikum bei einem Verlag fand sie nach der Uni eine Stelle, tingelte anschließend durch diverse PR-Agenturen, belegte einen Fortbildungskurs in Marketing für 1.500 Euro, bis sie schließlich Leiterin der Unternehmenskommunikation bei Agilent Technology wurde, einer Tochter von Hewlett Packard.

Wenn sie mit 62 Jahren in Rente geht, kann sie mit einem Lebenseinkommen von 1,7 Millionen Euro rechnen. Pro Verdienstjahr hat sie dann eine Rendite von 8,3 Prozent erwirtschaftet. Diese Rendite errechnet sich aus der Differenz zum Verdienst einer Altersgenossin, die nach dem Abitur beispielsweise eine Lehre als Bankkauffrau gemacht und 19.000 Euro pro Jahr weniger verdient hat.

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