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Deutsche Bahn: Lokführer beenden Streik

Zwei Arbeitsgerichte hatten die Warnstreiks der Lokomotivführer untersagt. Trotzdem legten sie ihre Arbeit nieder. Bundesweit standen Züge still, viele Bahnreisende saßen fest. Etwas früher als geplant wurde der Streik dann beendet.

Die Warnstreiks der Lokomotivführer sind am Dienstagvormittag vorzeitig beendet worden. Man habe dem Arbeitgeber ein deutliches Signal gesetzt, dass die Beschäftigten hinter der Forderung der Gewerkschaft stünden, sagte ein Sprecher der Lokführergewerkschaft GDL in Frankfurt. Daher seien die Warnstreiks bereits um 10.15 Uhr statt wie ursprünglich geplant um 11.00 Uhr beendet worden. Das zunächst nicht zugestellte Urteil des Arbeitsgerichts Mainz sei dafür nicht ausschlaggebend gewesen.

Das Mainzer Arbeitsgericht hatte die bundesweiten Warnstreiks bei der Bahn verboten. Das Gericht gab damit der Deutschen Bahn Recht, die beim Arbeitsgericht Düsseldorf eine einstweilige Verfügung gegen Warnstreiks der Lokführer beantragt hatte. Der GDL werde damit untersagt, ihre Mitglieder zu Warnstreiks aufzurufen, erklärte das Gericht.

Drei Stunden Streik

Trotz der Gerichtsentscheidung hatten die Lokomotivführer deutschlandweit mit den angekündigten Warnstreiks begonnen. Kurz nach 8.00 Uhr legten in Hamburg und Schleswig-Holstein Lokführer ihre Arbeit nieder, teilte die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) in Hamburg mit. Bahnsprecher Dirk Pohlmann bestätigte die Angaben. Wie in der vergangenen Woche werden der Nah- und Fernverkehr im Norden bestreikt. Die Protestaktionen haben auch Auswirkungen auf die Hamburger S-Bahn, nicht aber U-Bahnen und Busse.

"Der S-Bahn-Verkehr in Hamburg ist praktisch zum Erliegen gekommen", sagte Pohlmann. Auch an anderen Orten wie etwa Lübeck stünden Züge still. Der Bahnsprecher sprach von massiven Auswirkungen. "Der ganze Hamburger Hauptbahnhof steht voller Züge", beschrieb ein Reisender am Morgen die Situation. Für die meisten Fernverbindungen zeigten die Anzeigentafeln Verspätungen von 120 Minuten, andere Verbindungen wie etwa die ins dänische Padborg fielen ganz aus.

Deutschlandweite stehen Züge still

Auch in Bayern, Berlin und Nordrhein-Westfalen haben die Lokführer ihre Arbeit niedergelegt. "Die ersten Züge stehen schon", sagte ein Sprecher der Streikleitung in der bayerischen Landeshauptstadt. Seit 8.00 Uhr ruhe der S-Bahn-Verkehr im Großraum München.

In Berlin ist der S-Bahn-Verkehr durch den Warnstreik ebenfalls zum Stillstand gekommen. Auch einige Regionalzüge hätten ihre Fahrt nicht fortgesetzt, sagte ein Bahnsprecher.

Bereits am Montag hatte das Arbeitsgericht Düsseldorf laut Bahn einem Antrag des Unternehmens im Eilverfahren stattgegeben und den Warnstreik untersagt. Die Bahn hatte eine Einstweilige Verfügung beantragt, da sie die angekündigten Arbeitsniederlegungen der Lokführer für unrechtmäßig und unverhältnismäßig hält.

Konsequenzen gelassen entgegen sehen

Der Gerichtsbeschluss sei nicht zugestellt worden, sagte der Landes-Sprecher der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Olaf Klömpken, der Deutschen Presse Agentur DPA. "Wir haben von der Einstweiligen Verfügung nur aus der Presse erfahren." Möglichen Konsequenzen sah Klömpken gelassen entgegen. Er wies darauf hin, dass die GDL ohnehin ein Widerspruchsrecht habe.

DPA / DPA