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F. Behrendt: Der Guru der Gelassenheit: Wie "Poiti" mich ins Sprachlabor meiner Schulzeit zurückbeamte

Wir tragen sie alle in uns. Oft tief verborgen, aber man kann Erinnerungen ausbuddeln. Wie einen vergrabenen Schatz am Strand des Lebens. Frank Behrendt traf in einer Buchhandlung im Nordseestädtchen Otterndorf nach über 35 Jahren einen Mitschüler wieder und war plötzlich wieder mitten drin in den 80er Jahren.

Wer alte Schulkameraden wiedertrifft, fühlt sich in der Zeit zurückversetzt

Wer alte Schulkameraden wiedertrifft, fühlt sich in der Zeit zurückversetzt

Auf einmal kam er aus dem Nichts hinter dem Regal hervor, in dem das neueste Harry-Potter-Buch stand. Groß, kurze Haare, Brille, blaues Karohemd. Der Handschlag war fest, er blickte mir in die Augen. "Kennst du mich noch?" Grübel. Irgendwie kannte ich ihn, aber es zündete nicht sofort. Er half mir auf die Sprünge. Ein Mitschüler aus meiner frühen Gymnasialzeit im beschaulichen Otterndorf hinterm Deich.

In der 10. Klasse hatte "Poiti", nie habe ich ihn anders genannt, damals die Schule verlassen. Er machte eine Maurerlehre, übernahm das Baugeschäft des Vaters. "Vom Vater zum Sohn, so war es immer schon", sang mal einer im Gillette-Spot zum Vatertag vor vielen Jahren. "Poiti" hatte von mir in der Niederelbe Zeitung gelesen, dass sein früherer Mitschüler, der im Sprachlabor in der Schule der 80er alles andere als eine große Leuchte war, nun ein "Guru" sei. Das erheiterte ihn. 

Alles sofort wieder wie früher

Wir quatschten in der herrlichen Altstadt-Buchhandlung im Fachwerkhäuschen im Schatten des Kirchturms. Über früher und heute. Über 35 Jahre hatten wir keinen Kontakt und nach Sekunden war es wieder so wie damals. Normal. Echt. Wunderbar. So ein Gespräch mit einem früheren Weggefährten bringt mich weiter als jedes Seminar.

Mein Bruder erzählte mir, dass "Poiti" und seine Frau ihn kürzlich am Seitenstreifen der Autobahn A27 kurz vor Nordleda aufgelesen hatten, als er dort mit einem Motorbrand liegengeblieben war. Gepäck eingeladen, Abschleppwagen gerufen, Bruder samt Frau nach Hause gefahren. "Man kennt sich, man hilft sich", sagte "Poiti" dazu lapidar. So war das früher mit ihm in der Schule und so ist es heute noch. Zumindest da, "wo die Welt noch ganz schön viel in Ordnung ist", wie mir die Mutter eines früheren Ruderkameraden glaubhaft versicherte.

Als "Poiti" schließlich in der Buchhandlung wieder hinter dem Regal mit dem neuen Harry Potter verschwand, kam Carola rein. Sie war damals zwei Klassen über uns, und sie sah immer noch zauberhaft aus.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.