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F. Behrendt: Der Guru der Gelassenheit: Drachensteigen statt Playstation: Echte Abenteuer sind analog

Die Kids von heute bedienen lässig Quadrocopter-Drohnen, während ihre Altersgenossen früher noch selbstgebaute Drachen steigen ließen. Aber auch die sind noch nicht ausgestorben, wie Frank Behrendt beim Hundegang im Forstbotanischen Garten im Kölner Süden erfreut feststellte.

Ich sah ihn schon vom Parkplatz aus. Hoch über den Baumkronen stand er in der Luft, der bunte Schweif flatterte wild im Wind - ein offenbar selbstgebauter Drachen, wie ich ihn lange nicht mehr gesehen habe. Als Anhänger des deutschen Liedguts hatte ich sofort einen Song von Udo Jürgens im Ohr: Immer dann, wenn er den in den Konzerthallen performte, hatten die Zuhörer eine Gänsehaut und man konnte förmlich spüren, dass auch dem Sänger dieses Lied besonders am Herzen lag.

Den Text kann ich seit Jahren auswendig, und ich sehe sofort die Bilder vom Kieselsteinweg zu dem Haus, Gemälden, wertvollen Vasen und dem traurigen kleinen Jungen in der Tür: "Ich will mit Dir einen Drachen bauen, für so was hast Du niemals Zeit...", sang Udo dann immer melancholisch.

Sonntag ist "Abenteuer-Tag"

Dieser Vater, der neben seinem Jungen auf dem Hügel im Park stand, hatte Zeit. Ich ging hin. Es stellte sich heraus, dass ich ihn vom Sehen her kannte. Aber jetzt sprachen wir zum ersten Mal miteinander. Am Sonntag macht er mit seinem Filius immer "Abenteuer-Tag", die Mutter hat dann auch mal Zeit für sich, macht Sport.

Die sonst heißbegehrte PlayStation bleibt am Sonntag aus, stattdessen wird begeistert gewerkelt. Letztes Projekt war besagter Drache. Der nächste Plan steht bereits: Eine Seifenkiste. Mit der will der Junge dann den lang abfallenden Hügel hinunter brettern. Sein Dad kennt so ein Gefährt, sein Vater hatte es einst selbst für ihn gebaut.

Jetzt sind sie dabei, es neu zu designen, der Opa ist als Berater mit Feuereifer in Stuttgart dabei. Die Zeichnungen und Ideen werden hin- und her gemailt, mithilfe von Skype diskutiert. Generationenübergreifende Fahrzeugentwicklung 4.0 quasi. "Mit dem Papa bauen ist das schönste Spiel", erklärte mir der kleine Bursche mit der Baseballcap und den strahlenden blauen Augen. Und er hatte so gar nichts von dem traurigen Erben in der Villa aus Udos altem Song.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.