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F. Behrendt: Der Guru der Gelassenheit: Warme Worte am Lagerfeuer der Herzlichkeit

Frank Behrendt ist trotz seiner intensiven Aktivitäten in den Sozialen Netzwerken jemand, dem reale Kontakte zu Menschen sehr am Herzen liegen. Digitale Likes ersetzen für ihn keine Begegnungen im echten Leben. Beim Lunch mit seinem früheren Chef fanden die beiden Kommunikationsprofis beim Verlassen des Restaurants allerdings ihren Meister in Sachen Wertschätzung.

Ich liebe es zu lunchen. Das ist bekannt, seit ich 2015 mit meinen "10 ernsthaften Ratschlägen, wie man lockerer durchs (Berufs-)Leben kommt" verkündete, dass ich Abende lieber mit der Familie verbringe als mit Geschäftsessen. Seitdem verabreden sich alle automatisch nur noch mittags mit mir. Wunderbar.

Als Andreas Fischer-Appelt - Mitgründer und Inhaber der gleichnamigen Hamburger Agenturgruppe - und ich uns kürzlich in Köln wiedertrafen, war die Freude groß. Sechs Jahre lang haben wir erfolgreich zusammengearbeitet. Auch wenn sich unsere beruflichen Wege inzwischen getrennt haben, die hohe gegenseitige Wertschätzung ist geblieben. Auch das gemeinsame Interesse an den Büchern von Karl May verbindet uns. Und beide pilgern wir mit unseren Familien jedes Jahr an den legendären Kalkberg nach Bad Segeberg zu Winnetou.

Ich mag es, wenn man Kontakt hält, auch zu früheren Arbeitgebern, ehemaligen Kolleginnen und Kollegen. Gemeinsame Erinnerungen an besondere Momente sind ein Schatz, der wieder besonders strahlt, wenn man ihn bei einem Wiedersehen neu poliert. Ich weiß, nicht immer geht man im Business freundschaftlich auseinander und nicht jedes Zurückdenken sorgt für Freudentänze. Aber auch dann sollte man versuchen, das Positive abzuspeichern und negative Begebenheiten von der persönlichen Festplatte im Kopf zu löschen. Man braucht schließlich neuen Platz, für die vielen kleinen feinen Momente, die einem tagtäglich und in Zukunft begegnen. So wie jener, den Andreas und ich nach unserem Lunch in der ehrwürdigen Hanse-Stube im Kölner Excelsior Hotel Ernst erlebten: Der großartige graumelierte Maitre geleitete uns zur Tür, reichte uns formvollendet die Mäntel und bedankte sich herzlich für unseren Besuch. Er freue sich auf ein Wiedersehen, wir nickten freundlich. 

Und dann blickte er uns noch einmal an und sprach zum Finale voller Wärme einen Satz aus, den ich bei einer Verabschiedung in einem Restaurant so noch nie gehört habe: "Bitte bleiben sie gesund." Wow. Er kannte uns nicht, es bestand keine Notwendigkeit diesen Satz zu sagen. Aber er sprach ihn aus. Von Mensch zu Mensch. Die vier bemerkenswerten Worte lösten bei uns etwas Besonderes aus: Wir werden diesen Mann nicht vergessen. Und wir werden wiederkommen, an dieses Lagerfeuer der Herzlichkeit.


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