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F. Behrendt: Der Guru der Gelassenheit: Wenn der liebe Gott Familien zusammenwürfelt

Die Welt ist bunt. Und Familien sind seit jeher Gemeinschaften, die von Vielfalt geprägt sind. Auf einem Kinderspielplatz war Frank Behrendt Zeuge einer wunderbaren Erklärung auf eine berechtigte Frage zur genetischen Verbindung von Eltern und Kindern.

Wer mich kennt weiß, dass ich gerne Inspirationspausen mitten im Leben mache. So saß ich am Nachmittag mit meinem Laptop auf einem in der Sonne. Rundherum fröhliches Gewusel. Neben mir auf der Holzbank ein Paar wie aus der Gant-Werbung. Smart, blond, well-dressed. Ihr Kind sah ihnen nicht ähnlich.

Das erstaunte einen kleinen Spielgefährten. Er baute sich vor dem Paar auf und fragte, wie nur Kinder fragen: "Warum ist Kira ganz dunkel und ihr gar nicht?" Der Vater lachte: "Weil der liebe Gott uns so zusammengewürfelt hat. Die Kira hatte keine Eltern mehr in Afrika. Jetzt sind wir hier ihre neue Familie und haben sie ganz lieb." Klar, kindgerecht und liebevoll erklärt. Der Knirps schwirrte ab. Wir kamen ins Gespräch.

Als Arzt in Afrika gewesen

Der Mann ist Arzt, hatte sich vor Jahren für einen Einsatz in Afrika gemeldet, weil er das Leid der am Fernseher nur noch schwer ertragen konnte. Seine Frau hatte er schon früh an der Uni kennengelernt, sie wollten immer auf jeden Fall Kinder haben. Dann hatte er sie einmal mitgenommen nach Burkina Faso. Und nach langen Diskussionen entschieden sie sich dafür, ein Kind von dort zu adoptieren.

Das Verfahren dauerte fast ein Jahr. Aber sie haben den komplizierten Prozess nicht bereut und wollen sogar bald einem weiteren Kind aus Afrika ein neues Zuhause in Köln geben. Die Mama ruft die kleine Tochter mit dem wilden Wuschelkopf. Das Kind hüpft herbei und strahlt: "Wenn wir jetzt Eis essen gehen, seid ihr die allerbesten Eltern". Die Nummer kenne ich von meinen eigenen Kids. Sie sind eben alle gleich. Und das ist wunderbar so. 

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