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Frühjahrsbelebung: Zahl der Arbeitslosen sinkt deutlich

Die Wirtschaft kommt in Schwung und auch am Arbeitsmarkt entspannt sich die Lage: Im April ist die Zahl der Erwerbslosen um 187.000 auf rund 4,79 Millionen gefallen. Trotz der positiven Signale warnen Experten vor verfrühtem Optimismus.

Gute Nachrichten aus Nürnberg. Im April hat die Bundesagentur für Arbeit (BA) 187.000 weniger Arbeitslose gezählt als im März. Das seien 262.000 weniger als im April vorigen Jahres, berichtet die BA .

Die Arbeitslosenquote sei damit um 0,5 Punkte auf 11,5 Prozent gesunken. Ein deutlicher Rückgang der Arbeitslosigkeit war erwartet worden, weil sich die üblicherweise im März einsetzende Frühjahrsbelebung wegen des schlechten Winterwetters verzögert hatte.

Unter Herausrechnung jahreszeitlicher Einflüsse ging die Arbeitslosenzahl den Angaben zufolge im April um 40.000 zurück. Von Reuters befragte Volkswirte hatten im Schnitt eine saisonbereinigte Abnahme um 35.000 erwartet.

Kaltes Wetter hat die Frühjahrsbelebung verzögert

Der Rückgang der unbereinigten Zahl fiel im April höher aus als im Zehn-Jahres-Durchschnitt für März auf April von 134.000. Experten warnten dennoch vor übertriebenem Optimismus. "Der normale Rückgang hat sich wegen des kalten Wetters vom März nach hinten verschoben", sagt Ralph Solveen von der Commerzbank. "Da sollte man jetzt nicht die Trendwende am Arbeitsmarkt drin sehen, das ist einfach eine Saisonverschiebung."

Es werde auch in den kommenden Monaten tendenziell eher Rückgänge geben. Diese seien aber weniger auf eine Änderung am Arbeitsmarkt zurückzuführen als auf mehr Druck und Kontrolle der Arbeitsagenturen.

Eine positive Entwicklung erwartet Ulrike Kastens vom Kölner Bankhaus Sal. Oppenheim: "Wir haben den Höhepunkt bei der Arbeitslosigkeit gesehen." Allerdings würden die positiven Effekte gering sein: "Man kann durchaus von einem Aufschwung ohne kräftigen Arbeitsplatzaufbau reden." Dass der entscheidende Funke nicht überspringe, liege auch an der Mehrwertsteuererhöhung im kommenden Jahr und der damit verbundenen Gefahr, dass der Aufschwung wieder abbreche.

Reuters / Reuters