HOME

Stern Logo Jobsuche

Anonymisierte Bewerbungen: Weniger ist fair

Bewerbungen ohne Foto, Name und Geschlecht sollen die Chancengerechtigkeit verbessern. Ein Pilotprojekt der Antidiskriminierungsstelle zeigt: Frauen und Ausländer könnten davon profitieren.

Von Peter Neitzsch

Wenn Bewerber weniger über sich verraten, werden sie seltener diskriminiert. Diese Bilanz zieht die Antidiskriminierungsstelle des Bundes nach einem Pilotprojekt zur anonymisierten Bewerbung. Acht Firmen und Behörden haben für das Projekt über zwölf Monate Bewerbungen ausschließlich ohne Namen, Geschlecht und Foto gesichtet. "Das Fazit fällt positiv aus, denn wir haben im anonymisierten Bewerbungsverfahren Chancengleichheit hergestellt ", sagt die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle, Christine Lüders.

Seit Beginn des Projektes im November 2010 haben sich 8550 Menschen anonym beworben. Dabei verzichteten die Arbeitgeber auf Fotos sowie auf Angaben wie den Namen, das Alter, das Geschlecht, die Herkunft oder den Familienstand. Einige setzten dabei auf Onlinebewerbungen, andere auf Formulare per E-Mail oder Post und wiederum andere ließen Bewerbungen erst nachträglich anonymisieren. Erst bei einer Entscheidung für einen Bewerber wurden die persönlichen Details bekannt gemacht.

An der Initiative beteiligten sich die Deutsche Post, die Deutsche Telekom, das Kosmetikunternehmen L'Oréal Procter & Gamble und der Geschenke-Vermittler Mydays sowie das Familienministerium, die Arbeitsagentur Nordrhein-Westfalen und die Stadtverwaltung von Celle.

Vor allem junge Frauen profitieren

Wissenschaftlich begleitet und ausgewertet wurde Projekt durch das Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA). Von den Bewerbern nahem 1.293 Personen die erste Hürde und wurden von den teilnehmenden Arbeitgebern zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen - darunter auch Frauen und Migranten, die laut Studie ohne das anonymisierte Verfahren geringere Chancen gehabt hätten.

Die IZA-Studie kommt zu dem Schluss, dass von der anonymisierten Bewerbung vor allem junge Frauen profitieren, die bereits Berufserfahrung haben und zum Beispiel wegen eines möglichen Kinderwunsches bislang schlechtere Chancen hatten. Für sie steige durch die Anonymität die Wahrscheinlichkeit, zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen zu werden. Bei Menschen mit Migrationshintergrund gab es ebenfalls Verbesserungen allerdings war der Zusammenhang hier weniger stark ausgeprägt.

Insgesamt wurden 246 Stellen besetzt - konkrete Angaben darüber, wer schließlich die Stellen bekommen hat, wurden jedoch nicht veröffentlicht. Aber auch hier schließen die Forscher einen Effekt der anonymen Bewerbung nicht aus - allerdings seien die Fallzahlen für einen Nachweis zu niedrig gewesen.

"Bewerber geben zu viel von sich preis"

Für Lüders ist das Pilotprojekt dennoch ein voller Erfolg. Das Fazit der Antidiskriminierungsbeauftragten: "Anonymisierung wirkt. Sie macht Bewerbungsverfahren fairer." In den Unternehmen habe das Projekt eine "Riesendiskussion" ausgelöst, inwiefern Klischees das Bewerbungsverfahren beeinflussten. Bewerber gäben hierzulande "einfach zu viel von sich preis", so Lüders.

In anderen Ländern werden anonymisierte Bewerbungen bereits seit längerem verwendet, damit Vorurteile nicht die Auswahl von Jobbewerbern beeinflussen. So wird vor allem im englischsprachigen Raum (USA, Großbritannien, Kanada) auf Angaben zu Geschlecht und Herkunft sowie auf das Foto des Bewerbers verzichtet. Name und Aufenthaltsstatus gehören allerdings auch in Amerika in die Bewerbung. In Frankreich und der Schweiz akzeptieren einige Unternehmen ebenfalls anonymisierte Bewerbungen.

Eine gesetzliche Regelung soll es in Deutschland nach der Meinung von Lüders auch künftig nicht geben - sie setze weiterhin auf die freiwillige Teilnahme von Unternehmen. Doch die lässt weiter auf sich warten: Von den Firmen, die an dem Pilotprojekt teilgenommen haben, setzt nur die Online-Plattform Mydays auch in Zukunft auf anonyme Bewerbungen. Die beteiligten Behörden wollen das anonymisierte Verfahren hingegen auch künftig beibehalten.

Von Peter Neitzsch (mit Agenturen)
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.