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Karriere: Ikea sucht Frauen für Führungspositionen

Der schwedische Möbelkonzern Ikea will in den nächsten Jahren verstärkt auf Frauen in Führungspositionen setzen. Und auf diese Weise den Anteil der weiblichen Führungskräfte auf über 50 Prozent steigern.

Für seinen Expansionskurs in Deutschland benötige der Konzern in den kommenden Jahren 800 neue Führungskräfte wie Möbelhaus- und Abteilungsleiter, teilte Ikea am Dienstag in Frankfurt mit. Dabei wolle das Unternehmen verstärkt auf Mitarbeiterinnen setzen. "In zwei, drei Jahren soll der Anteil der weiblichen Führungskräfte von rund 30 auf über 50 Prozent steigen", sagte Deutschland-Geschäftsführer Werner Weber. "70 Prozent unserer Kunden sind Frauen", fügte er hinzu. Bis zum Frühjahr 2007 will Ikea in Deutschland fünf neue Einrichtungshäuser eröffnen. Die Zahl der Mitarbeiter soll bis 2010 von derzeit rund 11.600 um weitere 5000 steigen.

Im laufenden Geschäftsjahr 2004/05 (bis Ende August) werde der Umsatz in Deutschland voraussichtlich um 11,2 Prozent auf 2,77 Milliarden Euro steigen, sagte Weber. Ohne die drei neuen Häuser in Duisburg, Siegen und Osnabrück seien die Erlöse um acht Prozent gestiegen. Auch das Ergebnis sei verbessert worden, sagte Weber, ohne genaue Zahlen zu nennen. Deutschland ist mit 36 Einrichtungshäusern der wichtigste Markt für den durch Möbel zum Selberaufbauen wie das "Billy"-Regal berühmt gewordenen Konzern. Hier erzielt Ikea nach eigenen Angaben etwa 20 Prozent seines Gesamtumsatzes.

Rund 100 Millionen Euro in Preissenkungen investieren

Im kommenden Geschäftsjahr erwartet das Möbelhaus in Deutschland weiter ein schwaches Konjunkturklima. Dennoch soll der Umsatz zweistellig wachsen. "Wir wollen uns nicht an Rabattschlachten beteiligen, aber rund 100 Millionen Euro in Preissenkungen investieren." Dies entspreche auf das Sortiment umgerechnet einer Preissenkung von vier Prozent. Im vergangenen Jahr seien hier 130 Millionen Euro investiert worden. "Wir wollen auch für Menschen mit stagnierendem oder sinkendem Einkommen attraktiv bleiben", sagte Weber. Im neuen Katalog habe kein Produkt einen höheren Preis als im alten.

Besonders stark gefragt seien weiter Schlafzimmer und Küchen, in die auch ein Großteil der Preissenkungen investiert werden solle. Weiter ausbauen will Ikea zudem sein Geschäft über das Internet, das zwar stark zunehme, aber erst rund drei Prozent des Umsatzes erbringe. Immer erfolgreicher scheint das Konzept zu sein, den von dem Vermessen von Wandschränken und Musterküchen hungrig gewordenen Kunden Speisen zu servieren: Der Lebensmittelbereich des Möbelhauses steigerte seine Umsätze um 15,5 Prozent auf 141 Millionen Euro.

Kein Rund-um-die-Uhr-Betrieb bei Ikea geplant

Insgesamt habe Ikea jetzt 36 Einrichtungshäuser in Deutschland. Geplant seien für Oktober 2005 ein weiteres Haus in Erfurt, für Sommer 2006 eines in Koblenz, für Herbst 2006 das Haus Hannover II, für Ende 2006/2007 Frankfurt III und sowie eine Ikea-Dependance im Frühjahr 2007 in Augsburg. Damit nimmt Ikea Deutschland in dem schwedischen Weltkonzern (insgesamt 213 Häuser) den ersten Platz vor den USA mit 22 Niederlassungen ein. Weber schätzte, dass die Sättigungsgrenze für Ikea-Häuser in Deutschland bei etwa 55 liegen könnte. Wichtig sei hier aber auch, wie sich Konjunktur und Online-Kaufverhalten entwickelten.

Zu Plänen, die Mehrwertsteuer zu erhöhen, sagte Weber, dies schade dem Handel. Er forderte eine Liberalisierung der Öffnungszeiten, denn diese nutze dem Handel. "Wir wären mehr als happy, wenn hier definitiv mal eine Regelung käme." Auch wenn er sich für eine 6-mal-24-Stunden-Mindestforderung ausspreche, sei damit nicht gemeint, dass Ikea dann rund um die Uhr öffnen wolle. Es gehe darum, die Freiheit über die Öffnungszeiten zu haben. Vorstellbar sei, dass - je nach Lage - Häuser bis 21.00 Uhr, an anderen Standorten vielleicht auch bis 24.00 Uhr, geöffnet seien.

Reuters/AP / AP / Reuters