Managergehälter Union macht Dampf


Deutschlands Top-Manager müssen sich warm anziehen. Die Union will sie noch in diesem Jahr zur Offenlegung ihrer Gehälter zwingen.

Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber kündigte am Wochenende an, im kommenden Monat ein Gesetz vorzulegen, das Manager zur Offenbarung ihrer Bezüge zwingen soll. Die Bundesregierung setzt dagegen auf freiwillige Selbstverpflichtungen der Wirtschaft und will frühestens im Sommer 2005 handeln. Die Grünen forderten die Festlegung der Bezüge des Vorstandes und des Aufsichtsrates durch die Aktionärsversammlung.

Stoiber sagte der "Bild"-Zeitung, die Vorstände der 30 im deutschen Aktienindex (DAX) notierten Unternehmen müssten schon bald ihre Bezüge veröffentlichen. Im kommenden Monat werde er nämlich mit anderen unionsregierten Ländern ein entsprechendes Gesetz in den Bundesrat einbringen.

Wenn Arbeitnehmer kürzer treten müssen, dann auch die Manager

Der CSU-Politiker hatte seinen Plan erstmals im Sommer bekannt gemacht. Zur Begründung sagte er: "Wenn man bei den Arbeitnehmern etwas kürzer treten muss, dann muss das auch für die Manager gelten, und dafür muss man die Gehälter offen legen."

Das Bundesjustizministerium setzt dagegen auf die freiwillige Selbstverpflichtung der Unternehmen. Es hatte angekündigt, die Hauptversammlungen im Frühsommer 2005 abzuwarten, um zu sehen, ob die Verpflichtung eingehalten würde. Ein Sprecher sagte, erst vor einigen Tagen habe auch Schering die individuelle Offenlegung zugesagt. Der Trend bei den Aktiengesellschaften sei positiv. Vorbehalte gebe es jedoch noch bei der Autoindustrie.

Wer sein Geld wert ist, wird auch die Aktionäre überzeugen

Die Grünen forderten eine Änderung des Aktienrechts, um Bezüge von Vorstand und Aufsichtsrat durch die Aktionärsversammlung festlegen zu lassen. "Wer sein Geld wert ist, wird auch seine Aktionäre davon überzeugen", erklärte der parlamentarische Geschäftsführer Volker Beck. Außerdem solle die Zahl der Aufsichtsratsmandate auf höchstens fünf pro Person begrenzt und zur Absicherung der Kontrolle die Rotation zwischen Vorstand und Aufsichtsrat untersagt werden.

Die Vorsitzende der sächsischen Landtagsfraktion der Grünen, Antje Hermenau, sprach sich für eine grundlegende Reform von Aufsichtsräten in deutschen Konzernen aus. Angesichts der schweren Krisen bei Karstadt und Opel müssten Aufsichtsräte künftig effizienter arbeiten, um drohende Fehlentwicklungen frühzeitig erkennen zu können, sagte die frühere haushaltspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion.

AP AP

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