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Marburger Bund: Auch Klinikärzte wollen streiken

Die Ärztevertretung Marburger Bund hat für den 13. März zu Warnstreiks aufgetroffen. Betroffen sind 700 kommunale Kliniken, für die Patienten werde eine Notfallversorgung eingerichtet. Die Gewerkschaft fordert zehn Prozent mehr Lohn und Gehalt.

Nach den Beschäftigten im öffentlichen Dienst wollen nun auch die Ärzte an den kommunalen Krankenhäusern wieder streiken. Zum Start der vierten Tarifrunde am 13. März soll es an rund 700 kommunalen Kliniken Arbeitsniederlegungen geben, kündigte der Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Rudolf Henke, in Berlin an. "In geringer Dosis und zunächst nur in einer begrenzten Zeit wird es wieder weiße Kittel auf der Straße geben", sagte er. Eine Notfallversorgung werde aufrechterhalten, Patienten seien nicht gefährdet.

Henke warnte die Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA), an ihrer "sturen Haltung" festzuhalten. Der Marburger Bund will im Durchschnitt 10,19 Prozent Gehaltserhöhung für die rund 55.000 Ärzte an Stadt- und Kreiskliniken und eine umgehende Angleichung der Ostgehälter an das Westniveau durchsetzen.

"Schlechte Arbeitsbedingungen"

Unbesetzte Arztstellen und Dienstpläne mit nicht besetzten Schichten seien Zeichen für die kritische Lage der Kliniken. "Nach inzwischen drei Verhandlungsrunden müssen die Gespräche mit den Arbeitgebern jetzt endlich einmal von der Stelle kommen", sagte der Henke.

Die bisherigen Argumente der Arbeitgeber, wonach die kommunalen Kliniken kein Geld für Tarifsteigerungen hätten, ließ er nicht gelten. Schließlich hätten die Unikliniken und Berufsgenossenschaftlichen Kliniken bewiesen, dass dort bessere Ärztegehälter durchaus finanzierbar seien. Zudem schrieben nach eigenen Angaben der Arbeitgeber rund zwei Drittel der kommunalen Häuser schwarze Zahlen. Henke erklärte, beim letzten Tarifabschluss 2006 seien die durchschnittlichen Gehaltssteigerungen mit einem bis vier Prozent eher bescheiden ausgefallen. Schlechte Arbeitsbedingungen und unzureichende Einkommen führten jedoch zu einem ernstzunehmenden Ärztemangel und Attraktivitätsverlust kommunaler Krankenhäuser.

Henke warnte die Arbeitgeber davor, das Ende des Tarifkonflikts im öffentlichen Dienst abzuwarten. "Forcierte Streiks" drohten, sagte er. Die Klinikärzte hatten bereits vor zwei Jahren wochenlang gestreikt.

AP/DPA/nic / AP / DPA
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