Metalltarife "Gib mir fünf"


Nun haben auch für die knapp 800.000 Beschäftigten im traditionellen Metall-Pilotbezirk Baden-Württemberg die Tarifgespräche begonnen. Die Hauptforderung nach fünf Prozent mehr Gehalt liegt weit über dem, was die Arbeitgeber bieten.

Die Tarifgespräche für die rund 800.000 Beschäftigten in der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie sind am Dienstag in Böblingen in die erste Runde gegangen. IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann bekräftigte die Forderung nach fünf Prozent mehr Geld. Das belaste die Betriebe nicht und stelle eine faire Beteiligung der Beschäftigten dar: "Die konjunkturelle Situation der Metall- und Elektroindustrie gibt das her." Der Arbeitgeberverband Südwestmetall wies die Gewerkschaftsforderung erneut zurück.

Forderungen "ökonomisch nicht gerechtfertigt"

Verhandlungsführer Otmar Zwiebelhofer sagte, dass Ziel der Tarifrunde müsse die Sicherung von Arbeitsplätzen sein. Die IG Metall beschwöre wider besseren Wissens einen Tarifkonflikt herauf, der weder in die Zeit passe noch ökonomisch gerechtfertigt sei. Neben der Forderung nach mehr Geld will die Gewerkschaft bundesweit eine Festschreibung des Themas Weiterbildung in einem eigenen Tarifvertrag sowie eine Regelung zum Thema vermögenswirksame Leistungen. Das Thema Qualifizierung steht im Südwesten nicht auf der Tagesordnung.

Ebenfalls verhandelt wird im Norden: Am (heutigen) Dienstag beginnen auch in Niedersachsen Tarifgespräche. Im Tarifgebiet Berlin-Brandenburg wurden die Verhandlungen auf den 7. März vertagt. In der ersten Runde hatte es erwartungsgemäß noch keine Annäherung gegeben. In Baden-Württemberg gibt es ferner Streit um die Erholzeiten für die Band- und Akkordarbeiter. Die Arbeitgeber hatten den Tarifvertrag zu der so genannten Steinkühler-Pause gekündigt. Das Thema spielt in der ersten Verhandlungsrunde aber keine große Rolle.

Streit um Steinkühler-Pause

Die IG Metall lehnte erneut die Abschaffung der Erholungszeiten strikt ab. Hofmann sagte, die Pausen von acht Minuten pro Stunde seien kein alter Zopf, sondern "Teil einer humanen Arbeitszeitgestaltung". Die Friedenspflicht endet am 28. März, danach sind Urabstimmungen über Streiks möglich. In Baden-Württemberg hält die IG Metall aber auf Grund einer Sonderregelung schon ab Aschermittwoch, 1. März, Warnstreiks für möglich.

mit DPA, AP AP

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