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Einigung im Tarifkonflikt: Löhne in Metall- und Elektroindustrie steigen um 3,4 Prozent

Die Tarifparteien der Metall- und Elektroindustrie haben sich auf eine Lohnerhöhung von 3,4 Prozent sowie eine Einmalzahlung geeinigt. Die IG Metall hatte anfänglich 5,5 Prozent mehr Geld gefordert.

Die Verhandlungspartner zeigten sich über die Einigung zufrieden: Bezirksleiter des IG Metall-Bezirks Baden-Württemberg, Roman Zitzelsberger (r.) und der Vorsitzende von Südwestmetall, Stefan Wolf

Die Verhandlungspartner zeigten sich über die Einigung zufrieden: Bezirksleiter des IG Metall-Bezirks Baden-Württemberg, Roman Zitzelsberger (r.) und der Vorsitzende von Südwestmetall, Stefan Wolf

Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie haben die Verhandlungspartner am frühen Dienstagmorgen eine Einigung erzielt. Wie die Gewerkschaft IG Metall und der Arbeitgeberverband Südwestmetall mitteilten, bekommen die Beschäftigten in Baden-Württemberg ab April 3,4 Prozent mehr Lohn sowie eine Einmalzahlung in Höhe von 150 Euro. Die Konfliktparteien einigten sich auch in den Punkten Weiterbildung und Altersteilzeit. Teile der Einigung sollen nun Pilotcharakter haben.

Wie die IG Metall und Südwestmetall mitteilten, einigten sich beide Seiten nach über 15 Stunden langen Verhandlungen in Böblingen bei Stuttgart auf einen Tarifvertrag mit einer Laufzeit bis zum 31. März 2016. Die Lohnerhöhungen gelten für die rund 800.000 Beschäftigten der Landesbranche. Ursprünglich hatte die IG Metall 5,5 Prozent mehr Geld gefordert.

Tarifvertrag mit flexiblem Renten-Übergang

Den Angaben zufolge gilt ab April zudem ein neuer Tarifvertrag zum flexiblen Übergang in die Rente, der vier Prozent der Beschäftigten weiterhin den vorzeitigen Ruhestand ermöglicht. Die neue Altersteilzeit wird demnach an die neue Rentengesetzgebung angepasst. Beschäftigte, die sich weiterbilden wollen, haben den Angaben zufolge künftig einen Anspruch auf Freistellung für Bildung sowie auf finanzielle Förderung der Maßnahme analog zur Altersteilzeit.

Südwestmetall erklärte, die Regelungen des Pilotabschlusses zum Entgelt und zur Altersteilzeit würden "auch den anderen Tarifgebieten in Deutschland zur Übernahme empfohlen". Hingegen gelten die Böblinger Ergebnisse zur Weiterbildung nur für die Tarifgebiete in Baden-Württemberg. Traditionell kristallisiert sich im Laufe der bundesweiten Tarifrunde in der Metall- und Elektrobranche eine Region heraus, in der ein Pilotabschluss ausgehandelt wird, der anschließend überall übernommen wird.

Die Punkte Lohn, Alters- und Bildungsteilzeit waren die Kernforderungen der Arbeitnehmer. Verhandlungsführer Roman Zitzelsberger bezeichnete die Einigung als einen "zufriedenstellenden Kompromiss". IG-Metall-Chef Detlef Wetzel erklärte, das Tarifergebnis stabilisiere die Konjunktur und sei ein "wichtiger Schritt zur Gestaltung der Arbeitswelt". Südwestmetall bezeichnete den Kompromiss beim Entgelt als "schmerzhaft" - bei den Themen Altersteilzeit und Weiterbildung hingegen als "fair" und "zeitgemäß".

amt/AFP / AFP