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IG Metall: Warnstreikwelle der Metaller erreicht Höhepunkt

Einen Tag vor neuen Tarifverhandlungen hat die IG Metall den Druck auf die Arbeitgeber weiter erhöht. Die Gewerkschaft organisierte bundesweit am Mittwoch Warnstreiks und Proteste mit bis zu 100.000 Teilnehmern.

Im Tarifstreit der Metall- und Elektroindustrie hat die Warnstreikwelle am Mittwoch ihren ersten Höhepunkt erreicht. Vor der möglicherweise entscheidenden fünften Verhandlungsrunde an diesem Donnerstag in Baden-Württemberg folgten Zehntausende bundesweit dem Aufruf der IG Metall und verliehen ihrer Forderung nach 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt Nachdruck. Die Gewerkschaft wollte am Mittwoch insgesamt bis zu 100.000 Arbeitnehmer mobilisieren. Bei den Autoherstellern BMW, DaimlerChrysler, Audi und Porsche und zahlreichen Zulieferern standen zeitweilig in einigen Werken die Bänder still.

Autobauer besonders betroffen

Baden-Württemberg war am Mittwoch mit 100 Betrieben und 40.000 Beschäftigten der Schwerpunkt der Protestaktionen. Die größte Kundgebung fand bei DaimlerChrysler in Sindelfingen statt: Laut IG Metall nahmen 12.000, nach Angaben des Unternehmens 6000 Menschen an der Demonstration vor dem größten Pkw-Werk des Konzerns teil. Bei Porsche in Stuttgart machten die Beschäftigten früher Schluss. Durch eine Kundgebung fiel die Tagesproduktion um 40 auf nur 120 Sportwagen. Warnstreiks gab es auch bei Alcatel Lucent, Dürr, bei den Heidelberger Druckmaschinen, ZF Friedrichshafen und Bosch in Bühl.

Von der Arbeitgeberseite mehrten sich die Signale für eine Annäherung. Der Südwestmetall-Chef Stefan Roell sagte dazu: "Wenn sich die IG Metall bewegt und einen Abschluss will, wird es ihn geben. Wir sind bereit, unseren Lösungsvorschlag zu verbessern." Bislang bieten die Arbeitgeber 2,5 Prozent mehr Einkommen und einen Konjunkturbonus von 0,5 Prozent.

Beteiligte rechnen mit Verhandlungsmarathon

Roell rechnet trotz Kompromissbereitschaft mit einem Verhandlungsmarathon: "Ich richte mich auf eine längere Übung ein." Möglich sei auch, dass die Gespräche am Donnerstag unterbrochen und am Freitag fortgesetzt werden. Nach seinen Angaben werden auch Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser sowie der gesamte Bundesverband am Verhandlungsort in Sindelfingen sein.

Bei BMW kamen am Mittwoch nach Gewerkschaftsangaben mehr als 4000 Beschäftigten in Regensburg und Landshut zu Protestkundgebungen. "Die Produktion bei BMW in Regensburg steht komplett. Die Hallen sind leer", verkündete Jürgen Scholz von der IG Metall am Morgen. Auch bei MAN in München und in anderen Werken des Unternehmens, so in Niedersachsen und Hessen, legten tausende Beschäftigte die Arbeit nieder.

Donnerstag gehen die Warnstreiks weiter

Eine weitere große Warnstreikwelle mit Schwerpunkt in Baden-Württemberg hat die IG Metall für diesen Donnerstag kurz vor der Tarifrunde angekündigt. Mirko Geiger von der IG Metall in Heidelberg sagte: "Am Donnerstag ist die letzte Chance, in freien Verhandlungen zu einem Ergebnis zu kommen, ansonsten sind wir gezwungen, in Richtung Urabstimmung zu marschieren." IG Metall-Bezirksleiter Südwest, Jörg Hofmann, hatte zuvor eine sechste Verhandlungsrunde ausgeschlossen. Für einen Arbeitskampf braucht die Gewerkschaft 75 Prozent Zustimmung bei einer Urabstimmung.

Hofmann hatte als Lösungsansatz auch eine längere, aber aufgeteilte Tariflaufzeit ins Gespräch gebracht. Auch Gesamtmetall- Präsident Martin Kannegiesser hatte das Laufzeit-Thema als eine der möglichen "Stellschrauben" für eine Einigung in den Vordergrund gerückt.

Arbeitgeber verlangen "Abstand von Kraftmeierei"

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt appellierte an die IG Metall, "von der Kraftmeierei aus dem vergangenen Jahrhundert Abstand zu nehmen". In der Geschäftsführerkonferenz der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände in Stuttgart sagte er, es müsse eine Lösung gefunden werden, die die gute konjunkturelle Lage berücksichtige. Langfristig müsse aber die Wettbewerbsfähigkeit gesichert werden. "Mit ihren Warnstreiks emotionalisiert die IG Metall die Tarifverhandlungen und erschwert ein vernünftiges Ergebnis." Die Unternehmen benötigten die Gewinne, um Investitionen zu tätigen und Arbeitsplätze zu sichern. "Natürlich sollen die Arbeitnehmer ihren gerechten Anteil bekommen", sagte Hundt weiter.

Die Warnstreiks wurden am Mittwoch auch im Norden ausgeweitet. Nach Angaben der IG Metall Küste beteiligten sich rund 6000 Beschäftigte an Arbeitsniederlegungen. Bei den Nordseewerken in Emden begrüßten Beschäftigte ihre Kollegen zur Frühschicht mit verbarrikadierten Toren. Auf der benachbarten Cassens Werft verteilten Angestellte ebenfalls schon im Morgengrauen Flugblätter. In Salzgitter legten insgesamt rund 2500 Beschäftigte unter anderem von MAN Nutzfahrzeuge und Neoman die Arbeit nieder. Im Westen kam es auch in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Hessen zu massiven Arbeitsniederlegungen.

Jetzt steht Airbus auf der Liste

Auch die ostdeutschen Metaller beteiligten sich an den Warnstreiks. In Wismar versammelten sich Beschäftigte vor dem Werfttor der Aker Werft. In Leipzig, Chemnitz, Zwickau, Weimar und anderen ostdeutschen Städten demonstrierten Metaller. In Berlin gab es unter anderem einen Autokorso. Auch der bayerische IG-Metall-Bezirkschef Werner Neugebauer gab sich am Mittwoch kämpferisch und kündigte ein nochmalige Ausweitung der Warnstreiks an. Die größte Kundgebung ist bei Audi in Ingolstadt mit rund 15.000 Teilnehmern geplant. "Eine andere Sprache verstehen die Unternehmer anscheinend nicht", sagte Neugebauer.

Im Norden wollen am Donnerstag die Beschäftigten des größten deutschen Airbus-Werkes in Hamburg mit 12.000 Beschäftigte ganztägig die Arbeit niederlegen und erst am Freitag um 06.00 Uhr wieder aufnehmen, wie Betriebsrat Jörn Junker ankündigte. Bei Airbus geht es neben den Lohnforderungen auch um den vom Konzern angekündigten massiven Stellenabbau.

DPA/AP/Reuters / AP / DPA / Reuters
Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.