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Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst: Verdi-Chef Frank Bsirske droht mit großem Arbeitskampf

Verdi-Chef Frank Bsirske hat vor einem Scheitern der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst gewarnt. Sollte keine Einigung stattfinden, werde es einen großen Arbeitskampf geben.

Verdi-Chef Frank Bsirske hat zum Auftakt der zweiten Warnstreikwelle im öffentlichen Dienst mit einem großen Arbeitskampf gedroht. Den wolle man starten, falls die Arbeitgeber in den Tarifverhandlungen nicht einlenkten. "Die Signale sind klar und ich hoffe, sie kommen bei den Arbeitgebern an", sagte Bsirske am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". "Ansonsten bewegen wir uns (...) auf einen großen Arbeitskampf von Hunderttausenden von Kolleginnen und Kollegen im öffentlichen Dienst zu."

Es werde keine vierte Verhandlungsrunde und keine Schlichtung geben. Arbeitgeber und Gewerkschaften müssten sich daher in der dritten Verhandlungsrunde am 28. und 29. März einigen. Die zweite Streikwelle begann am Montag in Niedersachsen und Bremen mit Warnstreiks im Nahverkehr, in Kindergärten und bei der Müllabfuhr.

Die Gewerkschaften verlangen 6,5 Prozent mehr Lohn. Die Arbeitgeber - Bund und Kommunen - haben ein Stufenmodell angeboten, das nach ihrer Rechnung im zweiten Jahr auf ein Lohnplus von 3,3 Prozent hinauslaufen würde. Nach Gewerkschaftsrechnung würde damit der Lohn jedoch über die gesamte Zeit nur um 1,77 Prozent steigen. "Das ist programmierter Reallohnverlust", kritisierte Bsirske.

"Die Arbeitgeber sollen getroffen werden"

Streik sei die einzige Chance der Arbeitnehmer, ihre Forderungen durchzusetzen. Die Bevölkerung solle der Streik so wenig wie möglich treffen: "Die Arbeitgeber sollen getroffen werden", sagte Bsirske. Ihr Einlenken sei auch eine Frage der "Gerechtigkeit und der Ernsthaftigkeit und Wertschätzung" gegenüber den Beschäftigten.

Bsirske sprach von einer "Kultur der Maßlosigkeit", die vor der Finanzmarktkrise geherrscht habe. "Jetzt erleben wir, wie diese Mentalitäten zurückkehren (...) zulasten der Arbeitnehmereinkommen." Es müsse mehr Gerechtigkeit geschaffen werden. Eine Möglichkeit seien akzeptable Lohnabschlüsse.

kave/DPA / DPA