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Mobbing: Wenn die Arbeitslust flöten geht

Motivierte Arbeitnehmer erbringen die beste Leistung. Doch häufig ist es mit der Zufriedenheit in deutschen Büros nicht so weit her. Woran hakt es, wenn bei der Arbeit mal wieder dicke Luft herrscht?

Glückliche und motivierte Arbeitnehmer erbringen die beste Leistung. Doch häufig ist es mit der Zufriedenheit in deutschen Büros nicht so weit her. Woran hakt es, wenn bei der Arbeit mal wieder dicke Luft herrscht? Ist die Wirtschaftslage Schuld oder sind es doch eher die persönlichen Querelen unter Kollegen? JobScout24 fragte seine User, was sie im Job am meisten ärgert.

Ganz vorne unter den Frustbringern am Arbeitsplatz rangieren Mobbing und eine schlechte Atmosphäre. Knapp 40 Prozent der Teilnehmer der Online-Umfrage nannten diese beiden Faktoren als Gründe für die Unzufriedenheit im Job. Auf dem zweiten Platz folgt die ständige Angst um den Arbeitsplatz, die gut 23 Prozent am meisten zu schaffen macht. Die lästigen Angewohnheiten des Chefs sind entweder weniger vorhanden oder fallen nicht so schwer ins Gewicht, denn über sie beklagen sich gerade mal 13 Prozent. Noch weniger gehen den Teilnehmern Kürzungen von Urlaubs- und Weihnachtsgeld (8,9 Prozent), die ständige Meckerei von Kollegen (7,9 Prozent) und die dauernden Überstunden (6,9 Prozent) auf die Nerven.

Mobbing - über jemanden herfallen

Das Wort Mobbing ist angelehnt an das englische "to mob somebody" und bedeutet "über jemanden herfallen". Unter diesem Begriff fasst man Konflikte zusammen, die am Arbeitsplatz entweder unter Kollegen oder zwischen Vorgesetzten und Untergebenen stattfinden.

Mobbing am Arbeitsplatz hat für die Betroffenen oft erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit und ist psychische Aggression gegen eine Person: In mehr oder weniger großen Abständen werden Sticheleien verabreicht, die eine noch so stabile Persönlichkeit zerstören können. Oft haben Gemobbte Bedenken, sich bei Vorgesetzten zu beschweren, weil sie das je nach Heftigkeit und Dauer in negativer Weise auffällig machen könnte.

Drangsalieren Chefs oder Vorgesetzte ihre Mitarbeiter, sprechen die Forscher von "Bossing" - eine sehr deutsche Mobbing-Variante und Folge der strengen Hierarchien in den Unternehmen.

Was ärgert Sie bei der Arbeit am meisten?

Gründe: Frustration, Druck, Missgunst, Angst

Die Gründe können zum Beispiel Frustration, Druck, Missgunst und Angst um den Arbeitsplatz sein. Oft stimmt in den betroffenen Betrieben grundsätzlich etwas mit dem Betriebsklima nicht. Den Mobbern selbst ist die Tragweite ihres Verhaltens in den meisten Fällen gar nicht bewusst. Sie bewerten ihr Verhalten als fair und haben keine moralischen Bedenken.

Was aber kann man als Mobbing-Opfer tun? Sinnvoll ist es, täglich ein detailliertes Tagebuch zu führen. Es dient der Beweissicherung, da darin alle Vorkommnisse aufgelistet und so Zusammenhänge ersichtlich werden. Gegebenenfalls können sogar Richter, Rechtsanwälte, Ärzte und Unternehmen schwarz auf weiß nachlesen, was genau sich wie zugetragen hat.

Das Tagebuch sollte folgende Punkte enthalten:
- Datum und Uhrzeit
- Was genau ist passiert?
- Wer hat welche Handlung begangen?
- Wer ist alles anwesend und hat die Situation eventuell mitbekommen?
- Gab es körperliche/gesundheitliche Reaktionen als Folge?

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