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Nebentätigkeit: Fallstricke für jobbende Studenten

Viele Studenten haben schon während des Studiums Kontakt zur Arbeitswelt: Doch egal, ob sie in den Semsterferien jobben oder sich das Studium durch eine dauerhafte Beschäftigung finanzieren - sie müssen einiges beachten.

Studentenjobs unterscheiden sich arbeitsrechtlich deutlich von Praktika: Sie dienen nicht dem Ausbildungszweck, sondern dem Lebensunterhalt. Für die Einordnung, ob ein Arbeitsverhältnis vorliegt oder lediglich eine freie Mitarbeiterschaft, kommt es im Wesentlichen auf den Grad der persönlichen Abhängigkeit an. Als Arbeitnehmer untersteht der Student dem Arbeitgeber und muss dessen Anweisungen befolgen. Der Arbeitgeber ist dann umgekehrt verpflichtet, sich auch bei studentischen Aushilfstätigkeiten an den Arbeitnehmerschutz wie Urlaub und Kündigung zu halten.

Drei Beschäftigungsarten

Diese studentische Arbeitsvereinbarungen lassen sich in drei Gruppen aufteilen: Bei einer

geringfügigen Beschäftigung

ist die Tätigkeit meist auf Dauer angelegt. Der Lohn überschreitet insgesamt aber nicht 400 Euro im Monat. Man spricht hier von einer Entgeltgeringfügigkeit. Eine darüber hinaus gehende Studentenbeschäftigung ist ein ganz

normales Arbeitsverhältnis

. Schließlich gibt es Tätigkeiten, die

nur während der Semesterferien

, also kurzfristig stattfinden. Für diese so genannte Zeitgeringfügigkeit darf sie längstens zwei Monate oder insgesamt 50 Arbeitstage im Jahr dauern. Geringfügige Beschäftigungen sind bei Studenten weit verbreitet, da sie so ihr Studium mit der zu erbringenden Arbeitsleistung in Einklang bringen können.

Bei Teilzeitbeschäftigungen muss den Studenten ein Lohn gezahlt werden, der mindestens anteilig der Arbeitszeit eines vergleichbaren Vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmers entspricht. Denn ein Student darf nicht schlechter bezahlt werden als ein Arbeitnehmer mit gleicher Tätigkeit. Auf eine Bezahlung von Überstunden können Studenten jedoch nicht in jedem Fall pochen: Leisten sie täglich weniger als die regelmäßige werktägliche Arbeitszeit, entfällt auch jeder Anspruch auf Überstunden.

Für Unternehmen attraktiv

Für Unternehmen ist die studentische Tätigkeit besonders im Hinblick auf die Sozialversicherungspflicht attraktiv. Ihre kurzfristige Beschäftigung ist für die Arbeitgeber nämlich sozialabgabenfrei - aber nur, wenn sie höchstens 50 Arbeitstage im Kalenderjahr oder maximal zwei zusammenhängende Monate arbeiten. Dabei darf diese Beschäftigung keine berufsmäßige sein, sofern mehr als 400 Euro verdient werden. Besonders fleißige Jobber müssen jedoch aufpassen, dass mehrere kurzfristige Beschäftigungen im Lauf eines Kalenderjahres nicht die Zeitgrenze überschreiten und somit die Versicherungspflicht auslösen.

Üben Studenten länger als zwei Monate eine Tätigkeit aus, ist für sie die Versicherungsfreiheit dennoch gegeben, wenn das Einkommen nicht mehr als 400 Euro monatlich beträgt. Bis zu dieser Verdienstgrenze handelt es sich wieder um eine geringfügig entlohnte Beschäftigung, auf die nur der Arbeitgeber Pauschalabgaben entrichten muss.

Ulf Weigelt

Der Sachbuchautor ist Fachanwalt für Arbeitsrecht in der Kanzlei Weigelt und Ziegler in Berlin, Prenzlauer Berg