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Neues Kombilohn-Modell: Weniger Arbeitslosengeld, mehr Jobs

Die "Wirtschaftsweisen" haben ein neues Kombilohn-Modell vorgestellt, mit dem 350.000 neue Jobs geschaffen werden könnten. Dazu müssten ALG II-Empfänger auf 30 Prozent der staatlichen Hilfe verzichten.

Mit einem durchgreifenden Kombilohn-Modell könnten nach Einschätzung der Wirtschaftsweisen rund 350.000 neue Jobs geschaffen werden. Begünstigte wären demnach Geringqualifizierte und Langzeitarbeitslose. Dazu müssten das Arbeitslosengeld II um 30 Prozent gesenkt und im Gegenzug die Hinzuverdienstmöglichkeiten erweitert werden, schlagen die Wissenschaftler laut Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" in einem noch unveröffentlichten Gutachten vor.

"Über eine bloße Veränderung der Hinzuverdienstmöglichkeiten oder eine Verringerung der Abgabenbelastung im Niedriglohnbereich, so wünschenswert diese für sich genommen sein mögen, lassen sich zu vertretbaren Kosten in den Problemgruppen keine relevanten Effekte erzielen", heiße es in der von der Regierung angeforderten Stellungnahme. Schrecke die Regierung vor Leistungskürzungen zurück, solle sie zumindest auf die wenig wirksame, aber teure Ausweitung anderer Instrumente verzichten.

Modell der SPD folgt im Herbst

Der Vorschlag für das Kombilohn-Modell sieht der Zeitung zufolge eine Senkung der Einkommensgrenze der steuerfreien Mini-Jobs von 400 auf 200 Euro vor. Hinzuverdienste bis 200 Euro im Monat sollen voll auf das Arbeitslosengeld II angerechnet werden, von jedem darüber hinausgehenden Euro sollen die Betroffenen künftig 50 statt bisher nur 20 Cent behalten dürfen. Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD) will im Herbst dazu ein Modell präsentieren. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung - so der offizielle Name der Wirtschaftsweisen - ist ein Beratungsgremium der Regierung.

Reuters / Reuters