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Deutsche Post: Paketbote über seinen Job: "Abends bin ich fix und fertig, vor Weihnachten fast tot"

Der Boom des Onlinehandels ist auch den Paketboten zu verdanken, die jeden Tag die Bestellungen ausliefern. Die Arbeit ist hart - körperlich und psychisch. Ein Bote berichtet aus seinem Joballtag.

Paketbote bei der Arbeit

Paketbote bei der Arbeit

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Jeden Tag liefert er 90 Pakete aus, vor Weihnachten waren es sogar 200 und kurz vorm Heiligabend sogar 300 Pakete, berichtet ein Paketbote. Dafür hat er acht Stunden Zeit. Morgens um neun Uhr belädt er seinen Laster, um zehn Uhr geht es los und um 18 Uhr soll er eigentlich wieder in der Zentrale sein. Das schafft er selten, meist wird es doch eher 19.30 Uhr, berichtet der Fahrer anonym dem "Focus".

Paketboten müssen die Last und den Boom des aushalten. Denn was für Kunden so schön bequem ist, muss er liefern. Daher versteht er auch einige Kunden nicht. "Essen zu bestellen finde ich völlig absurd. Neulich habe ich 20 Kilo Äpfel ausgeliefert, warum holt man die sich nicht einfach im Laden? Klar, sicher gibt es ältere Menschen, vielleicht noch alleinstehend, die sind froh, wenn ihnen jemand die Sachen nach Hause bringt. Da helfe ich auch gerne. Aber wenn jemand selbst noch jung und gesund ist?", berichtet er. 

Der Job als Paketbote ist anstrengend

Der Druck, der auf den Fahrern lastet, ist groß - und das zusätzlich zur harten körperlichen Arbeit. "Abends bin ich deshalb auch immer fix und fertig, vor Weihnachten fast tot. Die Arbeit ist körperlich extrem anstrengend, aber auch der psychische Druck ist immens. Heute Morgen kamen beispielsweise statt der üblichen zwei Lkws mit Paketen vier Lkws. Deshalb haben meine Kollegen und ich bis 11 Uhr gebraucht, um unsere Autos zu beladen, da gab’s einen Anpfiff vom Chef", berichtet der Bote dem "Focus". "Viele Kollegen sind extrem gestresst, da frage ich mich, wie lange die das noch durchhalten."

Bei seinem Gehalt gibt er an, rund 2030 Euro brutto im Monat zu verdienen. Will er einkaufen, macht er das auch häufig online. Schließlich sei er zu normalen Ladenöffnungszeiten gar nicht in der Lage dazu. "Ich finde es in Ordnung, dass die Leute so viel im Internet bestellen und sich nach Hause liefern lassen, das mache ich selbst auch", so der Bote. "Natürlich tut es mir trotzdem auch leid um die kleinen Läden, die dadurch schließen müssen. Aber was soll ich machen? Ich lebe ja selbst vom Versandhandel. "

Ein Foto zeigt den Abschiedsbrief eines DHL-Boten, der in Rente geht. Ein weißes DinA4-Blatt, rechts oben ein Foto
kg
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