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Telekom-Streik: Warteschleifen und Schlangen vor den Telekom-Shops

Der Streik bei der Telekom hat begonnen: Mehr als 10.000 Mitarbeiter sind im Ausstand. Es ist der erste Arbeitskampf seit der Privatisierung des Unternehmens vor zwölf Jahren. Auch für Privatkunden wird der Streik Auswirkungen haben.

Einen Tag nach dem Ende der Urabstimmung haben bei der Deutschen Telekom am Freitag die bundesweiten Streiks gegen den geplanten massiven Stellenumbau begonnen. Im bayrischen Weiden in der Oberpfalz traten um 6.00 Uhr 120 Beschäftigte der Frühschicht in den Ausstand, wie ein Sprecher der Gewerkschaft ver.di mitteilte. In Düsseldorf begann der Arbeitskampf eine halbe Stunde später. Insgesamt hatte ver.di 10 000 Beschäftigte in Nordrhein-Westfalen, Bayern, Hessen sowie in Niedersachsen und Bremen zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Kunden müssen mit Einschränkungen beim Service und bei der Beseitigung von Störungen rechnen.

Auswirkungen auf die Kunden

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen waren laut ver.di rund 500 Telekombeschäftigte aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Gestreikt werden soll in Dresden, Chemnitz, Halle, Magdeburg, Suhl und Gera. Ver.di-Verhandlungsführer Lothar Schröder sagte, der Streik richte sich nicht gegen die Kunden, sondern gegen das Management der Telekom, das anders offenbar nicht zu einem besseren Angebot für einen tariflichen Sozialplan zu bewegen sei. Dennoch könne es passieren, dass Störungen erst verspätet beseitigt, Aufträge verzögert erledigt würden. "Es wird Auswirkungen auf die Kunden haben, ob Privat- oder Geschäftskunden."

Der Protest richtet sich gegen die geplante Auslagerung von 50.000 Mitarbeitern in Service-Gesellschaften. Sie müssen dort für weniger Geld mehr arbeiten. Privat- und Geschäftskunden müssen sich auf Einschränkungen beim Service und bei der Beseitigung von Störungen einstellen. Der Streik, für den sich die Beschäftigten in einer Urabstimmung mit großer Mehrheit ausgesprochen hatten, ist der größte Arbeitskonflikt seit der Privatisierung des Bonner Konzerns vor zwölf Jahren.

DPA/AP / AP / DPA