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Umgangsformen: Mit der Etikette Punkte sammeln

Sprich niemals mit vollem Mund und sitze gerade am Tisch. Mit Mutters guten Ratschlägen kann man im Job punkten.

Gute Manieren sind nicht nur im Privatleben wichtig. Gerade im Arbeitsalltag wird erwartet, sich souverän zu bewegen und Peinlichkeiten elegant zu umgehen.

Neu im Job

Am ersten Tag sollten neue Kollegen alle Mitarbeiter persönlich begrüßen, indem sie auf jeden einzelnen zugehen und neben ihrem Namen auch die Jobposition nennen. Zum "guten Ton" gehört auch - nicht nur in den ersten Tagen - das Anklopfen, wenn man ein Büro betreten möchte. Und ist die Tür offen, sollte man freundlich grüßen und fragen, ob die entsprechende Person Zeit hat. Erst wenn der Ansprechpartner Gesprächsbereitschaft signalisiert, kann das Anliegen vorgetragen werden.

Der Einstand wird in Firmen unterschiedlich gehandhabt. In vielen Unternehmen wird nach der bestandenen Probezeit der Einstand erwartet. Gut überlegt sein sollte die Tageszeit und ob der Termin mit dem Chef abgestimmt werden muss. Ebenso wichtig: Was soll serviert werden? Ein großes Buffet wirkt angeberisch, zu wenig jedoch knauserig. Klären Sie diese Fragen am besten mit einer Kollegin oder der Assistentin.

Auch wenn es zwischen den verschiedenen Branchen unterschiedliche Dresscodes gibt, sollten sich Mitarbeiter immer vergegenwärtigen, dass sie das Unternehmen nach außen präsentieren. Während Banker grundsätzlich im Anzug beziehungsweise Kostüm unterwegs sind und Werber extrem kreativ bei der Kleiderwahl sein können, eines haben alle gemeinsam: Kleider machen Leute. Berufseinsteiger, die sich unsicher sind, sollten sich an ihren Kollegen orientieren. Und egal, wie alt man ist oder wo man arbeitet, vermeiden sollte man Miniröcke, tiefe Dekolletés und bauchfreie T-Shirts.

Die Mittagspause ist ein wichtiges Ritual: Man lernt Kollegen besser kennen und knüpft Kontakte. Wenn man in den ersten Tagen nicht aufgefordert wird, mit in die Mittagspause zu gehen, sollte man - unaufdringlich - fragen, ob man sich der Runde anschließen darf. Eigeninitiative ist besser, als allein zurückzubleiben.

Am Arbeitsplatz

Das Handyklingeln ist für viele Nervfaktor Nummer eins. Die Verbotszonen wie die Kantine oder das Großraumbüro sollten immer beachtet werden. Wer beispielsweise in der Mittagspause auf einen dringenden Anruf wartet, sollte sein Handy auf "stumm" schalten und das Display beobachten. Am besten ist jedoch, gar nicht erst das Mobiltelefon mit in die Pause zu nehmen, denn die gilt ja allgemein als Zeit zum Abschalten. Am Arbeitsplatz ist die Situation etwas anders. Aber auch hier sollte man das Klingeln entsprechend leise einstellen. Und in Seminaren, Vorstellungsgesprächen, Konferenzen oder Kundenterminen ist das Handy tabu.

Jedes Unternehmen verfügt über einen so genannten "Flur-Funk". In Rauch- oder Kaffeepausen werden Informationen und der neueste Klatsch und Tratsch ausgetauscht. Aber Vorsicht: Man sollte nie hinterhältig sein. Wer möchte schon als Klatschtante des Büros gelten?

Geschäftsessen bergen eine große Gefahr, sich "daneben" zu benehmen. Das große Gedeck kann auch für die noch so erfahrene Person zum Stolperstein werden. Wer häufig mit Kunden essen gehen muss, sollte sich entweder ein Seminar gönnen oder auf entsprechende Literatur zurückgreifen. Wer hier glänzt, sammelt beruflich Pluspunkte!

Auch der Kundenbesuch sollte gut vorbereitet werden: Im Konferenzraum oder in dem eigenen Büro sollten Getränke bereit stehen und gegebenenfalls Geräte, die benötigt werden, aufgebaut sein. Kommt der Besuch an, ist ihm der Mantel abzunehmen. Passiert dies schon vor dem eigenen Büro durch die Sekretärin oder Assistentin, ist beim Eintritt ins Büro das Aufstehen zur Begrüßung ein Muss. Über den Gesprächseinstieg sollte man sich ebenfalls vorher Gedanken machen. Ein lockeres Small-Talk-Thema zu Beginn eignet sich, um den Termin locker zu starten.

Der Chef entscheidet, über das Du oder Sie. Und auf der gleichen beruflichen Ebene trifft stets der Ältere die Entscheidung. Ein Duz-Angebot sollte man nur ablehnen, wenn man wirklich einen triftigen Grund parat hat. Ansonsten wirkt es unnötig zurückweisend.

Nächste Woche: Alle Jahre wieder - die Weihnachtsfeier. Korrektes Verhalten auf der beruflichen Feier.

Sabine Hockling
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