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Weihnachtsfeier im Betrieb: Alles andere als ungezwungen

Auch wenn die meisten Einladungen zur Firmen-Weihnachtsfeier zum ungezwungenen Beisammensein auffordern, sollte man dies nicht allzu wörtlich nehmen.

Alle Jahre wieder ... ist Weihnachtsfeier im Betrieb. Viele fragen sich, ob sie überhaupt hingehen sollen und wenn ja, wie sie sich am besten verhalten. Wenngleich die meisten Einladungen zu einem "ungezwungenen Beisammensein" auffordern, sollte man dies nicht allzu wörtlich nehmen. "Ein angemessenes Verhalten ist gerade bei Betriebsfesten unerlässlich", rät Jürgen Hesse vom Büro für Berufsstrategie. "Vergessen Sie nicht, dass Sie auch auf der Weihnachtsfeier an erster Stelle Mitarbeiter und Kollege sind." Vorgesetzte registrieren nämlich sehr genau, wie sicher sich ihre Mitarbeiter auf dem gesellschaftlichen Parkett bewegen und wer in ausgelassener Stimmung gerne mal über die Stränge schlägt. Keine Lösung ist allerdings, der Weihnachtsfeier einfach fernzubleiben.

Alkohol und falsche Gesprächsthemen hinterlassen einen negativen Eindruck

Besonders beim Getränkekonsum ist Vorsicht angebracht: "Unterschätzen Sie die enthemmende Wirkung des Alkohols nicht", warnt Hesse. Unbedachte Äußerungen oder hemmungsloses Flirten haben schon zu manchem Eklat geführt. Und Vorgesetzte und Kollegen besitzen für derlei Ausfälle ein erstaunlich gutes Gedächtnis. Im schlimmsten Fall kann ein durch Punsch und Glühwein gelockertes Mundwerk sogar zur Kündigung führen: Das Landesarbeitsgericht Hamm entschied, dass eine außerordentliche Kündigung durchaus gerechtfertigt ist, wenn ein Arbeitnehmer seinen Vorgesetzten bei der Weihnachtsfeier grob beleidigt. Denn auch auf einer solchen Feier könne die Autorität des Vorgesetzten untergraben und damit gegen arbeitsvertragliche Pflichten verstoßen werden.

Keine Gehaltsverhandlung auf der Weihnachtsfeier

Aber auch mit falschen Gesprächsthemen hinterlässt man bei Vorgesetzten und Personalern einen negativen Eindruck. Der Karriereexperte rät: "Nutzen Sie die Weihnachtsfeier auf keinen Fall dazu, Ihren Chef auf eine Gehaltserhöhung anzusprechen. Auch Verbesserungsvorschläge oder Kollegenschelte sind absolut tabu." Zudem ist bei privaten Themen Vorsicht angebracht: "Ein zu großes Mitteilungsbedürfnis kann Ihnen leicht als Schwatzhaftigkeit ausgelegt werden." Stets gilt es zu bedenken, dass man am nächsten Tag im Büro wieder auf einer sachlichen Ebene miteinander umgehen muss.

Vorsicht bei Duz-Angebote

Auf der Weihnachtsfeier lauern jedoch noch andere Fallen: Etwa wenn man sich nach dem vierten Bier plötzlich mit Kollegen duzt, die einem vorher nie sonderlich sympathisch waren. Wie geht es dann im Büro weiter? "Viele 'Du'-Angebote werden von den Beteiligten am nächsten Tag stillschweigend revidiert", bemerkt Hesse. "Deshalb sollten Sie bei spontanen Verbrüderungen erst mal abwarten, wie Ihr Gegenüber reagiert - insbesondere wenn es Ihr Chef ist."

Gemeinsame Feiern fördern das Betriebsklima

Trotz aller Fettnäpfchen, die auf der Weihnachtsfeier bereit stehen - hingehen sollte man auf jeden Fall. "Wenn man solche Feste permanent meidet, wirft das kein gutes Licht auf die eigene Person", so Hesse. "Man gilt als menschenscheu oder im schlimmsten Fall sogar als arrogant." Zudem sei die Bedeutung von gemeinsamen Feiern für ein angenehmes Betriebsklima nicht zu unterschätzen. Wann sonst gibt es schon die Gelegenheit, seine Kollegen auch mal von der persönlichen Seite kennen zu lernen oder sich mit Betriebsangehörigen aus anderen Abteilungen auszutauschen? Selbst Konflikte lassen sich in einer solchen Atmosphäre leichter bereinigen. Hesse weiß: "Schon manches Kriegsbeil ist auf einer Betriebsfeier endgültig begraben worden."

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