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Nach der Home-Office-Welle: Zurück ins Büro: Wie gut funktioniert das neue Normal auf der Arbeit?

Nach Wochen und Monaten im Home-Office dürfen immer mehr Menschen wieder ins Büro gehen. Eine Umfrage zeigt, wie die Beschäftigten die Rückkehr empfinden – und was sie sich von ihren Arbeitgebern wünschen.

Büro Rückkehr

Gesundheitsschutz ist vielen bei der Rückkehr ins Büro wichtig

Getty Images

Nach der beispiellosen Home-Office-Welle zu Beginn der Corona-Pandemie proben viele Betriebe die Rückkehr zum Büro-Alltag. Immer mehr Firmen lassen ihre Mitarbeiter wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren – teils schrittweise, eingeschränkt und unter Einhaltung strenger Regeln.

Wie sieht es also aus, das neue Büro-Normal? Was bleibt aus der Lockdown-Zeit? Und wie sind die Aussichten für die Zukunft? Das hat die Job-Plattform Stepstone zwischen Ende Mai und Anfang Juni 8500 Arbeitnehmer gefragt, darunter 1200 Führungskräfte.

Zunächst zu den Führungskräften: Zwei von drei Leitenden erklärten in der Umfrage, dass ihr Unternehmen bereits begonnen habe, den Geschäftsbetrieb wieder hochzufahren. 55 Prozent berichten zudem, dass ein Konzept für die Rückkehr zur Arbeit in ihrem Unternehmen bereits umgesetzt werde. Weitere 32 Prozent entwickeln gerade ein solches Konzept oder haben es bereits fertig in der Schublade liegen. Nur 13 Prozent haben noch gar kein Konzept für eine Rückkehr zu Arbeit.

Mehrheit freut sich auf Rückkehr

Damit handeln die Betriebe überwiegend im Sinne ihrer Mitarbeiter. Denn von den befragten Fachkräften (ohne Führungskräfte) empfindet knapp jeder Zweite (47,5 Prozent) es als positiv, jetzt oder in Kürze an den Arbeitsplatz zurückzukehren. 30 Prozent dagegen sehen die Rückkehr negativ. Der Rest machte keine Angabe oder arbeitet ohnehin weiter an seinem normalen Arbeitsplatz.

Die Mehrheit der Fachkräfte sieht in der Frage aber kein Entweder/Oder, sondern wünscht sich Flexibilität. Acht von zehn Beschäftigten sind der Meinung, dass Mitarbeiter frei entscheiden können sollen, ob sie von zu Hause arbeiten oder dass es zumindest eine festgelegte Zahl von Homeoffice-Tagen pro Monat oder Woche geben soll, die flexibel genutzt werden kann.

Die Führungskräfte sehen das Home-Office als New Normal dagegen deutlich kritischer: Für 27 Prozent ist es nur im nur im Ausnahmefall in Ordnung, wenn ihre Mitarbeiter im Home-Office arbeiten, 25 Prozent erlauben es nur für bestimmte Berufsgruppen und 5 Prozent überhaupt nicht.

Beschäftigte fordern Gesundheitsschutz

Für die Rückkehr ins Büro fordern die Beschäftigen von ihren Arbeitgebern Maßnahmen ein, um den Gesundheitsschutz vor Ort zu gewährleisten. Am wichtigsten ist den Befragten dabei, dass die Einhaltung der Hygieneregeln gewährleistet wird und diese auch klar kommuniziert werden. Auch die Bereitstellung von Desinfektionsmitteln steht oben auf der Liste. Außerdem halten viele eine Flexibilisierung von Arbeitszeiten für sinnvoll, um Stoßzeiten zu vermeiden. Ebenfalls häufig genannt: Größere Abstände zwischen den Arbeitsplätzen und ein Rotationsprinzip, das sicherstellt, dass nicht zu viele Beschäftigte auf einmal am Arbeitsplatz auftauchen, sondern immer auch eine gewisse Zahl im Home-Office arbeitet.

Das Vertrauen in die Arbeitgeber ist an dieser Stelle hoch: 77 Prozent der Fachkräfte denken, dass ihr Unternehmen den Gesundheitsschutz bei der Rückkehr zum normalen Arbeitstag gewährleistet.

Blick in die Zukunft

Auf die Frage nach den größten betrieblichen Herausforderungen für die kommenden Wochen nennen die Fachkräfte zuvorderst die Erhaltung des Geschäftsbetriebs (Überleben sichern) und das Hochhalten der Mitarbeitermotivation. Die Führungskräfte haben in ihrer Prioritätenliste neben diesen beiden Punkten auch noch das Kostenmanagement im Blick.

Wenn nach der Coronakrise wieder investiert werden kann, sollte das Geld aus Sicht der Fachkräfte vor allem in die Digitalisierung und die Mitarbeiterweiterbildung gesteckt werden. Die Führungskräfte sehen neben der Digitalisierung im Bereich Marketing und Vertrieb die wichtigsten Investitionsfelder.

Generell glauben vier von zehn Fachkräften, dass die Krise und deren Auswirkungen im Arbeitsalltag sie länger als ein Jahr begleiten werden. Jeder Fünfte denkt, dass sich das Arbeitsleben für immer verändern wird.

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