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Expansion Lidl drängt in Londoner Nobelviertel


Lidl will im Vereinten Königreich großflächig expandieren - und hat es dabei auch auf die edlen Viertel Londons abgesehen. Experten halten die Strategie für riskant.

Lidl geht in Großbritannien auf Einkaufstour: Die Discounter-Kette ist auf der Suche nach neuen Standorten, 281 allein in London. Auf der Wunschliste sind auch zahlreiche Grundstücke in den Nobelvierteln Westminster, Kensington und Chelsea. Bisher hat Lidl zehn Filialen in London, die meisten davon in Randgebieten. "Wir sehen eine große Nachfrage, vor allem im Großraum London", sagte Richard Taylor, Immobilien-Direktor für Lidl Großbritannien, am Freitag in einem Statement.

Die Expansion ist Teil von Lidls Bemühungen, in Großbritannien auch höhere Einkommensklassen als Kunden zu gewinnen. Andere Teile der Strategie sind die Erweiterung des Angebots um frische Backprodukte, Premium-Hausmarken und externe Markenprodukte.

Etablierte Supermärkte in Bedrängnis

Die wachsende Beliebtheit von Discountern am einen und Luxusgeschäften am anderen Ende des Marktes bringt in Großbritannien etablierte Supermärkte zunehmend in Bedrängnis. Vor allem die deutschen Ketten Lidl und Aldi sind seit längerem auf Expansionskurs. Aldi hatte Ende 2014 angekündigt, in den kommenden acht Jahren 35.000 neue Arbeitsplätze in Großbritannien zu schaffen. Die Zahl seiner Filialen dort will Aldi bis 2022 auf 1000 mehr als zu verdoppeln.

Morrisons, die viertgrößte Kette des Landes, kündigte dagegen erst in dieser Woche die Schließung von 11 Supermärkten an. Auch die Umsätze von Konkurrenten wie Tesco und Asda fallen.

Experten in Großbritannien bewerten Lidls Neuausrichtung trotzdem als riskant. Einzelhandels-Analyst David Gray sagte der BBC: "Sie werden im Zentrum Londons kleinere Läden bekommen, Gemischtwarenläden, die hohe Kosten mit sich bringen und mit denen es sehr viel schwerer ist, Profit zu machen."

fin DPA

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